Nürnberg und Hannover droht vorzeitiger Abstieg

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Boris Schommers
Hofft noch auf den Klassenverbleib: Nürnbergs Trainer Boris Schommers. (Foto: Timm Schamberger / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Sebastian Stiekel

Letzte Hoffnung Hertha BSC? Der Berliner Club hat in der Bundesliga seit fast zwei Monaten kein Spiel mehr gewonnen. Aber mehr noch als die Hertha selbst sind an diesem Wochenende der 1. FC Nürnberg und Hannover 96 darauf angewiesen, dass sich daran endlich wieder etwas ändert.

Denn sollten der Tabellen-17. und der Tabellen-18. ihre schweren Auswärtsspiele beim VfL Wolfsburg und beim FC Bayern München nicht gewinnen und die Hertha zeitgleich am Samstag um 15.30 Uhr gegen den VfB Stuttgart verlieren, dann stünden die beiden direkten Absteiger dieser Bundesliga-Saison bereits nach dem drittletzten Spieltag fest. Dann wären Nürnberg und Hannover auch rechnerisch nicht mehr zu retten.

Für 96 wäre es bereits der sechste, für den FCN sogar schon der neunte Abstieg aus der Bundesliga. Der Club ist in dieser Hinsicht noch vor Arminia Bielefeld (7) der alleinige Rekordhalter in der höchsten deutschen Spielklasse. Trotzdem sagte Nürnbergs Trainer Boris Schommers vor der Fahrt nach Wolfsburg: „Alle im Verein glauben noch daran, dass wir dieses kleine Wunder schaffen können.“

Doch dazu sollte Nürnberg am Samstag erst einmal gewinnen. Das gleiche gilt auch für Hannover. Und das trauen den beiden trotz ihrer Leistungssteigerungen in den vergangenen Wochen nur die Wenigsten zu.

Nürnberg hat als Vorletzter fünf Punkte Rückstand auf Rang 16 und muss dazu noch bei einem Gegner antreten, für den es um einen Platz in der Champions League geht. Für Hannover ist sowohl der Rückstand größer (sechs Punkte) als auch der Gegner noch schwerer (FC Bayern), weshalb der gesperrte Kapitän Marvin Bakalorz dem Sportbuzzer geradezu trotzig sagte: „Sollen wir hinfahren und uns ergeben? Das werden wir nicht machen. Du musst dran glauben. An Nürnberg sieht man, dass man auch gegen die Bayern etwas holen kann. Wir müssen uns reinschmeißen und versuchen, das Beste dabei rauszuholen. Wir haben noch die Chance und wir werden daran arbeiten, diese zu nutzen.“

Das Dilemma der beiden wahrscheinlichen Absteiger hat Bakalorz in diesem Interview gut beschrieben. Über Monate haben beide Vereine zielgenau auf eine vorzeitige Abstiegsentscheidung hingearbeitet, etwa als Hannover zwischenzeitlich elf von zwölf Rückrunden-Spielen verlor und Nürnberg sogar 20 Ligaspiele nacheinander sieglos blieb. Und deshalb kommt alles, was in den vergangenen Wochen an Aufbäumen, an deutlich verbesserten Leistungen und auch an überschaubarem Punktezuwachs zu erkennen war, für 96 und den FCN womöglich zu spät.

„Ich habe mir gedacht: Warum spielt ihr die ganzen Wochen für uns und ausgerechnet jetzt, wo wir gewinnen, nicht mehr?“, sagte Bakalorz und meinte damit vor allem den Hauptrivalen VfB Stuttgart auf dem Relegationsplatz. Denn die große Befürchtung in Hannover wie auch Nürnberg ist, dass der VfB unter seinem neuen Trainer Nico Willig nach dem Tabellenfünften Borussia Mönchengladbach (1:0) jetzt erst recht auch die seit Wochen kriselnde Hertha schlagen wird.

Immerhin machte der Berliner Trainer Pal Dardai den beiden Rivalen seines nächsten Gegners noch einmal Mut. „Es ist sehr schwierig, die Motivation hochzuhalten, wenn man nicht gewinnt“, sagte er vor dem Stuttgart-Spiel. „Aber wenn für uns die Befreiung kommt, kann Hertha auch eine gefährliche Mannschaft sein.“

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