Nürnberg stemmt sich gegen K.o. - Stevens sieht 50:50-Chance

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Schalke-Trainer
Huub Stevens muss mit dem FC Schalke 04 beim 1. FC Nürnberg antreten. (Foto: Ina Fassbender / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Martin Moravec und Holger Schmidt

Im Zitterduell mit Schalkes angestacheltem Verschwörungstheoretiker Huub Stevens will Trainer-Neuling Boris Schommers das Aus seiner Nürnberger im Abstiegskampf abwenden.

In seinem erst achten Bundesligaspiel als Chefcoach dürfte eine Niederlage gegen die Königsblauen um den reaktivierten Routinier aus den Niederlanden alle Hoffnungen auf die ersehnte Rettung zerstören.

Nach der Miniserie von vier Punkten aus zwei Partien setzen die Franken im Freitagsspiel (20.30 Uhr/Eurosport Player) gegen den FC Schalke 04 aber auf einen weiteren Schritt aus dem Keller der Fußball-Bundesliga. „Wir glauben alle noch dran. Wir müssen so weitermachen, wie wir das in den letzten Partien gemacht haben. Das Spiel gegen Schalke wird für beide sehr wichtig“, betonte Stürmer Mikael Ishak vor dem 29. Spieltag.

Vier Punkte Rückstand hat der „Club“ als Vorletzter auf Relegationsplatz 16, neun Zähler fehlen auf Schalke. „Sie haben mehr als genug Qualität, um im Umschaltspiel nach vorne die Tore zu erzielen. Wir müssen höllisch wach sein“, mahnte Schommers. „Ich erwarte eine bissige Schalker Mannschaft.“

Eine Rolle mit Lustpotenzial hat Stevens am vergangenen Wochenende nach dem 1:2 gegen Eintracht Frankfurt entdeckt. Nachdem seine Schalker erst durch einen Handelfmeter per Videobeweis in der neunten Minute der Nachspielzeit unterlegen waren, meinte der Niederländer mit verschwörerischer Anspielung: „Die ganze Welt ist gegen uns. Aber es ist geil, dagegen zu kämpfen.“

Stevens hat kein kleines Feindbild für sich entdeckt. Ein Trainer mit rund 25 Jahren Berufserfahrung und alleine zwei gelungenen Rettungsmissionen beim VfB Stuttgart denkt aber wohl in größeren Maßstäben. Mit seinen Schalkern sieht sich der 65-Jährige auf einem Weg, der den abgestürzten Vizemeister jedenfalls in eine weitere Erstligasaison führt. „Ich finde, dass wir Schritte in die richtige Richtung machen“, sagte Stevens vor seinem fünften Pflichtspiel als Hoffnungsträger. „Ich weiß nicht, ob das reicht.“

Die Siegchancen schätzt Stevens zumindest öffentlich auch eher verhalten ein. „Fifty-fifty, denke ich“, sagte er. „Ich weiß nicht, wie Nürnberg drauf ist, ich bin da nicht in der Kabine.“

Einen Dreier konnte der Niederländer bislang holen - genauso wie Schommers. Der Nachfolger von Michael Köllner hat es in seiner Zeit bei den Franken aber insbesondere geschafft, die Defensive um den formstarken Torwart Christian Mathenia zu stabilisieren. Nur sieben Gegentore in sieben Partien kassierten die Nürnberger unter Schommers. Diese positive Entwicklung ist nicht zu übersehen.

Weitere mögliche Einblicke wollte der 40-Jährige in dieser Woche aber nicht gewähren und ließ am Valznerweiher unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainieren. „Wir müssen alle Möglichkeiten ausnutzen, die uns in diesem Duell einen Vorteil bringen könnten“, begründete Schommers, der auf den gelb-gesperrten Offensivspieler Virgil Misidjan verzichten muss.

Die Fanfreundschaft ist für den Nürnberger Coach indes nur ein Randaspekt. „Die Fanfreundschaft herrscht außerhalb des Platzes, auf dem Platz ist beiden Mannschaften die Bedeutung des Spiels bewusst“, sagte Schommers.

Stevens eröffnen sich neue personelle Möglichkeiten. Nach der Verbannung in die U23 begnadigte Schalkes „Jahrhunderttrainer“ Mittelfeldspieler Nabil Bentaleb und hat damit eine weitere Option. Fortschritte machten zuletzt die angeschlagenen Salif Sané und Weston McKennie. Stürmer Steven Skrzybski machte Stevens zufolge auch wieder einen guten Eindruck.

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