Mourinho fordert CL-Titelverteidiger ManU heraus

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Deutsche Presse-Agentur

„Zur Hölle mit den Red Devils!“ Vor dem Champions-League-Knüller gegen Titelverteidiger Manchester United kündigt Trainer José Mourinho von Herausforderer Inter Mailand mit feurigen Appellen ein Inferno im heimischen Meazza-Stadion an.

„Manchester United ist nicht besser als wir“, tönte der Erfolgscoach aus Portugal, der den FC Porto 2004 zum Triumph in der Königsklasse geführt hat und diesen Coup mit dem italienischen Meister wiederholen möchte, der seit dem Doppelschlag 1964 und 1965 auf den Gewinn der Europacup-Landesmeister-Trophäe wartet. Auf dem Weg zum großen Ziel kommt ihm der Cupverteidiger im Achtelfinale gerade recht.

„Inter braucht starke Gegner“, sagte der 46-Jährige vor dem ersten Duell voller Selbstbewusstsein. „Habt keine Angst, ich kenne ManU seit 2004 ganz genau“, ergänzte Mourinho, der mit Ex-Club FC Chelsea nur eine von zehn Partien mit dem englischen Meister verloren hat. „ManU ist die beste Kontermannschaft der Welt, aber ich bin höchst zuversichtlich, dass wir es schaffen.“ Mit hitzigen Aufrufen an die „Tifosi“, Videoanalysen, Taktik-Sondertraining und Psychotricks wappnet er seine Schützlinge für das bisher wichtigste Saisonspiel.

In langen Sitzungen sezierte er den Gegner, zeigte Stärken und Schwächen in eigens angefertigten Videos. „Manchester muss in San Siro gegen 12 Mann spielen“, forderte er zudem die Rückendeckung der Fans, die Inter im ausverkauften Stadion die Rekordeinnahme von 3,5 Millionen Euro bescheren. Bei Inter ist nur Verteidiger Walter Samuel (Wadenzerrung) angeschlagen. „Wir sind körperlich und mental in Top- Form“, glaubt Mourinho, der im Sturm auf sein Parade-Duo Ibrahimovic und Adriano setzt. „Geht raus und habt Spaß gegen ManU. Es wird ein großartiges Spiel“, bläute er seinen Stars im Stil eines Motivations- Gurus ein. Offenbar mit Erfolg: „Wir wissen, was wir können, fürchten niemanden und kommen weiter“, erklärte Torwart Julio Cesar.

Alex Ferguson weiß nur zu genau, was er von dem „alten Bekannten“ zu erwarten hat. Denn als Chelsea-Coach machte Mourinho zwischen 2004 und 2007 seinem Gegenüber auf der ManU-Bank das Leben schwer und führte den Club 2005 und 2006 zur Meisterschaft. Unverhofft Probleme bereitet Ferguson seine Abwehr: Nemanja Vidic ist gesperrt, der als Ersatz vorgesehene Jonny Evans angeschlagen. Gary Neville, Wes Brown und der Ire John O'Shea laborieren schon länger an Blessuren. So könnte es passieren, dass Neuling James Chester aus der Reserve-Elf sein Debüt geben muss. „Wir haben Verletzungssorgen“, gab Ferguson zu, hofft aber, dass zwei Verteidiger noch rechtzeitig fit werden.

Zum zweiten Top-Match tritt Titel-Mitfavorit FC Barcelona bei Olympique Lyon an. Nach der 1:2-Schlappe in der Primera Division gegen den Lokalrivalen Espanyol war man eifrig bemüht, das Gespenst einer heraufziehenden Krise fernzuhalten. „Wir verfallen nicht in Panik“, versichert Kapitän Carles Puyol. „Wir werden wieder zu unserer alten Klasse zurückfinden.“ Das Lyon-Spiel steht im ganz Zeichen des Duells der Stürmerstars Lionel Messi und Karim Benzema. „Wir sind nicht der Favorit. Olympique ist ein schwerer Gegner. Niemand in unserer Mannschaft hat sich über das Los gefreut“, sagte Messi. „Wir spielen gegen die derzeit beste Elf in Europa“, meinte Benzema. Barcelonas französischer Verteidiger Eric Abidal muss wegen eines Adduktorenrisses gegen seinen früheren Club zuschauen.

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