Motorrad-Weltmeister Stoner traut Bradl Titel zu

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Deutsche Presse-Agentur

Die beiden Moto-GP-Champions Casey Stoner und Nicky Hayden trauen dem deutschen Talent Stefan Bradl den Titelgewinn in der 125er-Klasse zu.

„Für mich ist er der WM-Favorit“, sagte der Amerikaner Hayden beim traditionellen Medientreffen des italienischen Motorrad-Teams Ducati in Madonna di Campiglio. „Stefan fährt nicht nur ab und zu gute Rennen, sondern er hat etwas ganz Spezielles.“

Sein australischer Teamkollege zeigte sich „total davon beeindruckt“, wie Bradl nach einer schwierigen Zeit zurückgekommen ist. „Für mich hat er eine große Zukunft“, sagte Stoner, der früher in der Achtelliterklasse gegen den Zahlinger gefahren war. Bradl tritt 2009 erneut für Aprilia an. Im Vorjahr kämpfte der Bayer lange aussichtsreich um die Vize-Weltmeisterschaft, musste sich aber schließlich mit dem vierten Gesamtrang begnügen.

In der Königsklasse Moto-GP stuft das Ducati-Duo Weltmeister Valentino Rossi in der neuen Saison als Hauptkonkurrenten ein. „Rossi wird von allen gejagt“, versicherte Hayden, „aber Casey ist auch sehr gefährlich.“ Der 27-Jährige fährt nach sechs Jahren bei Honda 2009 erstmals für Ducati. Stoner verzichtete auf eine klare Titelansage. „Ich will mich in ein paar Bereichen verbessern. Ich will vor allem aggressiver fahren und überholen“, sagte der 23 Jahre alte Australier. „Ich denke, dass ich konkurrenzfähig bin.“

Im Vorjahr verpasste der Champion von 2007 trotz sechs Siegen die Titelverteidigung gegen Rekord-Weltmeister Rossi. „Ich habe einige Fehler gemacht“, räumte Stoner ein. Dreimal hatte er sich in Führung liegend noch überrumpeln lassen. Zum anderen war er durch eine Verletzung der linken Hand und einer Knochentransplantation gehandicapt. „Die Knochen heilen gut. Ich kann die Hand zu 80 Prozent bewegen“, hofft der Vize-Weltmeister, bis zum Saisonstart am 12. April in Katar wieder völlig fit zu sein.

Hayden muss sich erst an die neue Maschine gewöhnen. Bislang kam der Weltmeister von 2006 kaum zum Testen. „Ich habe hohe Ansprüche“, sagte er. „Nach zuletzt zwei schwächeren Jahren will ich wieder auf mein Niveau von 2006.“ Ehe er aber vom Titel rede, müsse er wieder ein Rennen gewinnen. „Ich will regelmäßig aufs Podium“, sagte Hayden. Beide Piloten bedauerten den WM-Ausstieg von Kawasaki. „Das war ein Schock“, sagte Stoner. Hayden findet den Rückzug „schade“.

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