Montabaur ist für Razorbacks kein Stolperstein Razorbacks

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Jevonte Alexander lief beim Sieg der Ravensburg Razorbacks gegen die Montabaur Fighting Farmers (Dawid Kramarcz) zu drei Touchd
Jevonte Alexander lief beim Sieg der Ravensburg Razorbacks gegen die Montabaur Fighting Farmers (Dawid Kramarcz) zu drei Touchdowns. (Foto: Florian Wolf)
Sportredakteur

Die Ravensburg Razorbacks haben sich in der German Football League 2 Süd auch vom Aufsteiger Montabaur Fighting Farmers nicht aufhalten lassen. Die Ravensburger gewannen am Samstagabend in Rheinland-Pfalz mit 49:20. Es war der fünfte Saisonsieg im fünften Saisonspiel für den Tabellenführer. Die TSB-Footballer konnten sich sogar einen kleinen Luxus erlauben.

Im bisherigen Saisonverlauf war Ravensburgs Running Back Malik Norman von den gegnerischen Verteidigern kaum zu stoppen. Gegen die Fighting Farmers verzichteten die Razorbacks allerdings auf ihren besten Offensivspieler. Kevin Kienzle und Chris Orben vertraten ihn als Running Backs. „Das war eine strategische Entscheidung, auch im Hinblick auf die kommenden Wochen“, meinte Kapitän Sebastian Trabold. Soll heißen: Die Ravensburger gönnten Norman eine Pause nach den zuletzt sehr anstrengenden Spielen. Schließlich steht am kommenden Sonntag um 15 Uhr das Heimspiel gegen den Mitfavoriten um die Meisterschaft, die Nürnberg Rams, an. Da brauchen die Razorbacks einen topfitten Malik Norman.

In Montabaur schafften es die Oberschwaben auch ohne ihren Running Back. Dabei war gleich der erste Spielzug einer zum Vergessen. Die Absprache zwischen Quarterback Garrett Dellechiaie und seinem Receiver war offensichtlich nicht optimal, die Fighting Farmers schafften eine Interception, liefen zum Touchdown und zur 6:0-Führung. „Da waren wir noch nicht ganz da“, gab Andreas Lo Meo-Englbrecht zu.

Dann gab es allerdings einen „Wachmacher“ (Lo Meo-Englbrecht), den man so auch nicht alle Tage sieht. Den Kick von Montabaur blockten die Razorbacks, Jevonte Alexander eroberte sich den Ball und lief übers gesamte Feld in die gegnerische Endzone. Dieser Spielzug brachte den Ravensburgern zwei Punkte ein. Und die Gäste hatten nun die lange Busfahrt aus den Knochen geschüttelt. Denn fortan waren die Razorbacks das bestimmende Team.

Apropos Jevonte Alexander. Eigentlich kommt er in der Defensive der Razorbacks zum Einsatz. Doch weil Norman nicht spielte, durfte Alexander auch in der Offensive ran. Mit Erfolg. Drei Touchdowns hatte der US-Amerikaner am Ende auf seinem Konto. Nach dem ersten Viertel hatte Ravensburg mit 21:12 geführt, zur Pause mit 35:20.

In der zweiten Halbzeit ließen die American Footballer des TSB keinen Punkt für Montabaur mehr zu. „Wir haben den Gegner gut zurückgehalten und im dritten Viertel für die endgültige Entscheidung gesorgt“, sagte Lo Meo-Englbrecht. Der Wide Receiver der Razorbacks steuerte einen Touchdown und eine sogenannte „two-point-conversion“, ein zweiter Lauf in die Endzone statt eines Zusatzkicks, zum Sieg bei. Ein zweiter Touchdown wurde ihm wegen einer Strafe gegen Ravensburg wieder aberkannt.

Zwei erfolgreiche Premieren gab es zudem am Samstag bei den Razorbacks. Da Martin Kreh verletzt fehlte, sprang Pascal Herpel als Center ein. „Er hat das gut gemacht“, lobte Trabold seinen Mitspieler, der sonst als rechter Guard eingesetzt wird. Tarek Abou-Emara, vergangene Saison noch in der zweiten Mannschaft der Razorbacks, schaffte in Montabaur seinen ersten Touchdown in der GFL 2 Süd. Die zwei weiteren Touchdowns für die Ravensburger besorgten Michael Mayer und Garrett Dellechiaie. Patrick Bloching, der wieder für den verletzen Patrik Reinisch die Kicks übernahm, traf vier seiner sechs Versuche.

Die Stimmung auf der langen Rückfahrt war nach dem Sieg natürlich gut. „Wichtig war, dass wir gegen eine Mannschaft, die bislang noch nicht gewonnen hatte, nicht gestolpert sind“, meinte Lo Meo-Englbrecht. Groß gefeiert wird der „Arbeitssieg“ (Trabold) aber nicht. In drei Trainingseinheiten werden sich die Razorbacks auf das Heimspiel gegen Nürnberg am Sonntag in Weingarten vorbereiten. Die Rams setzten sich am Samstag mit 39:20 in Wiesbaden durch und bleiben den Ravensburgern auf den Fersen. Für das Topspiel ist also alles bereitet. Dann auch wieder mit Malik Norman.

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