Milan zeigt Pokerface im „Fall Beckham“

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Deutsche Presse-Agentur

Im Transfer-Poker um Mittelfeldstar David Beckham bleibt der AC Mailand hart. Obwohl Los Angeles Galaxy das Angebot der Italiener in Höhe von drei Millionen US-Dollar „lächerlich“ genannt und abgelehnt hat, will Milan keine höhere Summe für den 33 Jahre alten Engländer bieten.

„Absolut nicht“, betonte Milan-Vize-Präsident Adriano Galliani am Wochenende. Er sei erfahren genug, um den Preis eines Spielers einschätzen zu können und es mache keinen Sinn in Europa mehr Geld auszugeben, meinte Galliani.

Der von den „Tifosi“ umjubelte und von den Club-Funktionären hofierte „Becks“ soll Milan also nur umgerechnet 2,34 Millionen Euro wert sein. Ein für Serie-A-Verhältnisse tatsächlich überaus geringer Betrag für einen Star à la Beckham. Milan glaubt aber offenbar, im Transfer-Poker mit den Amerikanern zwei entscheidende Trümpfe in der Hinterhand zu haben: Erstens hat der Engländer mehrfach betont, in Italien bleiben zu wollen. Ihn zu zwingen, in die amerikanische Major League Soccer (MLS) zurückzukehren, macht für Galaxy wenig Sinn. Zweitens kann Beckham Ende November dieses Jahres vorzeitig ohne Ablöse aus dem Vertrag aussteigen. Dann ginge Galaxy also leer aus.

Nach einem Bericht der „Gazzetta dello Sport“ deutet sich nun eine „Teilzeit-Lösung“ als Kompromiss an. Beckham sei bereit, nach Ende der italienischen Liga am 31. Mai für Galaxy in der US-Liga bis Saisonende am 30. Oktober weiterzuspielen. So würde er dem Club aus Kalifornien lediglich elf Spiele fehlen. Damit würde sich der Brite jedoch einer Doppelbelastung aussetzen. Und dies ausgerechnet vor der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika, an der er mit den englischen Nationalelf unbedingt teilnehmen will.

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