Medaillen-Kämpfe im Luschniki-Park

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 Karla Borger (links) und Julia Sude kämpfen im Moskauer Sand ab Dienstag um EM-Medaillen.
Karla Borger (links) und Julia Sude kämpfen im Moskauer Sand ab Dienstag um EM-Medaillen. (Foto: FIVB)
Schwäbische Zeitung

Diese Woche finden in Moskau im Luschniki-Park die Europameisterschaften im Beachvolleyball statt, im Schatten des größten Fußball-Stadions Russlands (80 000 Plätze). Das deutsche Nationalteam Karla Borger/Julia Sude reiste direkt von Wien aus an, wo es nach drei knappen Spielen gegen Topteams nur den 17. Platz gegeben hatte.

Auch wenn es bei den Europameisterschaften nicht so viele Weltranglistenpunkte gibt, um einen entscheidenden Einfluss auf die Olympia-Qualifikation zu haben, gehen die Athleten gerne ins Medaillen-Rennen. Seit 1994 werden bei den Frauen Europameisterschaften ausgetragen, und auch Borger sowie die Friedrichshafenerin Sude haben so ihre EM-Erfahrungen. Beide haben jeweils einmal auf dem Podest gestanden. Karla Borger gewann 2015 an der Seite von Britta Büthe im schweizerischen Biel die Bronzemedaille. Julia Sude holte sich 2017 Bronze mit Chantal Laboureur in Lettland.

Minimalziel ist Halbfinale

In Moskau treffen Borger/Sude in der Gruppenphase auf Michala Kvapilova/Michaela Kubickova aus Tschechien (Dienstag, 18 Uhr), Daria Rudykh/Ksenia Dabizha aus Russland (Mittwoch, 16 Uhr) und Joy Stubbe/Marleen van Iersel aus den Niederlanden (Donnerstag, 16 Uhr). Es gibt acht Gruppen mit jeweils vier Mannschaften, der jeweilige Gruppenerste zieht ins Achtelfinale ein, die Zweiten und Dritten spielen noch um den Einzug ins Achtelfinale, die Gruppenvierten scheiden aus.

„Unsere Gruppe ist stark besetzt“, sagt Julia Sude. „Gegen die Tschechinnen haben wir schon verloren, gegen die anderen beiden haben wir noch nie gespielt. Die Niederländerinnen hatten sehr gute Ergebnisse in dieser Saison und das junge russische Team hat sich sehr gesteigert und wird sicherlich auf der Welle des Heimvorteils reiten.“ Burkhard Sude, der Sportliche Leiter des Teams, gibt aufgrund der Spielstärke seiner Schützlinge das Halbfinale als Minimalziel aus. „Mit einer einigermaßen konstanten Leistung sollte dies auch möglich sein.“

Die EM-Generalprobe beim Turnier in Wien (Fünf-Sterne-Major) verlief trotz guter Leistung mit drei knappen Spielen doch enttäuschend: Gegen die Spanierinnen Elsa Baquerizo McMillan/Liliana Fernandez Steiner hatten Borger/Sude in China beim Vier-Sterne-Turnier in Xiamen im April im Tiebreak gewonnen. In Wien gab es wieder drei Sätze – wieder gewann das deutsche Nationalteam mit 2:1 (15:21, 21:18, 15:13).

Dann ging es gegen die Weltmeisterinnen Sarah Pavan/Melissa Humana-Paredes aus Kanada um den Gruppensieg. Gegen die Kanadierinnen hatten Borger/Sude in der laufenden Saison schon zweimal verloren. In Wien verloren die Deutschen den ersten Satz, beim 17:17 im zweiten Durchgang gab es eine halbstündige Gewitterunterbrechung. Borger/Sude gewannen den zweiten Satz, wehrten einen Matchball ab, verloren dann aber doch mit 14:16. „Wir haben gegen den amtierenden Weltmeister äußerst knapp auf sehr hohem Niveau gespielt und knapp verloren“, meinte Burkhard Sude zusammen. „Das Ergebnis mit 14:16 im Tiebreak zeigt wieder einmal, dass wir mit jedem Gegner mithalten können.“

Als Gruppenzweiter kamen Borger/Sude in die K.o.-Runde, dort trafen sie auf die Titelverteidigerinnen Marketa Slukova/Barbora Hermannova aus Tschechien. Wie bereits in Jinjiang im Mai unterlagen Borger/Sude mit 0:2 (19:21, 16:21) und mussten nach drei Spielen bereits wieder ihre Taschen packen. „Wieder einmal mussten wir feststellen, wie eng die Weltspitze beieinander liegt. Einige Momente der Unachtsamkeit reichen, um plötzlich mit leeren Händen dazustehen“, sagte Burkhard Sude.

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