Mayer-Vorfelder: Vereine vor schwerer Zukunft

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Deutsche Presse-Agentur

Kurz vor seinem altersbedingten Abschied aus dem UEFA-Exekutivkomitee hat Gerhard Mayer-Vorfelder einigen Fußball-Vereinen angesichts der Finanzkrise schwere Zeiten vorausgesagt.

„Die Entwicklungen bei Gehältern und Ablösesummen konnte auf Dauer nicht gut gehen“, sagte der 76 Jahre alte Spitzenfunktionär in einem Interview mit dem „Hamburger Abendblatt“. „Da ist der Fußball dann Mini-Finanzblase, die irgendwann platzen musste. Die rückläufigen Entwicklungen bei den Sponsoren-Einnahmen werden auch noch andere Klubs in Schwierigkeiten bringen“, sagte Mayer-Vorfelder.

Der frühere DFB-Präsident sprach sich für eine Gehaltsobergrenze für Profis aus. Diese werde früher oder später eingeführt. „Nicht als Grenze für das Gehalt eines einzelnen Spielers, sondern als Grenze im Gesamtbudget.“ Bei der UEFA werde eine solche vereinsbezogene Regelung diskutiert, betonte „MV“, der beim UEFA-Kongress am kommenden Mittwoch in Kopenhagen aus seinem Amt in der europäischen „Fußball-Regierung“ ausscheidet.

Der deutsche Fußball solle unbedingt an der 50+1-Regel festhalten, die den Vereinen Mehrheitsanteile sichert. Finanziell entscheidend im Nachteil gegenüber der europäischen Konkurrenz sieht Mayer-Vorfelder die nationalen Vereine nicht. „Diese Klagen kenne ich seit Jahren. Dabei wird gerne übersehen, dass die deutschen Klubs bei den Einnahmen aus Sponsoring und Merchandising führend sind. So groß ist die Lücke in Wahrheit also gar nicht“, sagte der ehemalige CDU-Politiker. Energisch sprach er sich für ein Verbot von Transfers von Spielern unter 18 Jahren aus. „Das ist für mich wie Menschenhandel“.

Für seinen eigenen Rücktritt sei nach 40 Jahren in verschiedenen Funktionen „der richtige Zeitpunkt gekommen“, so der UEFA- Vizepräsident. Seinem einstigen Gegenspieler und heutigen DFB-Chef Theo Zwanziger drückt Mayer-Vorfelder bei der Kandidatur als Nachfolger in der UEFA-Exekutive die Daumen. „Es ist kein Geheimnis, dass es zwischen uns Differenzen gab. Aber die sind ausgeräumt. Ich hoffe sehr, dass Theo Zwanziger gewählt wird. Wir brauchen einen Deutschen in diesem wichtigen Gremium“, sagte Mayer-Vorfelder.

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