Max Hartung: IOC-Präsident Bach hat „schweren Job“

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Athletensprecher
Max Hartung, der Präsident des Verein Athleten Deutschland. (Foto: Guido Kirchner / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Athletensprecher Max Hartung hat Verständnis für das kritisierte Festhalten an den Sommerspielen in Tokio durch den Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees.

Thomas Bach hat einen verdammt schweren Job. In dieser riesigen Organisation, die er führt, ziehen und zerren ganz viele verschiedene Interessen. Alles kulminiert in einer einzigen Veranstaltung“, sagte der Präsident des Verein Athleten Deutschland im Interview der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“.

In der Fußball-Bundesliga würden ein paar Spiele abgesagt oder vielleicht die ganze Saison. Das treffe einige Vereine sehr hart. „Aber: Sobald das Virus unter Kontrolle ist, wird weiter Fußball gespielt“, sagte Hartung. „Das Risiko für uns Athleten, die wir nur alle vier Jahre einen solchen Höhepunkt haben, und für das IOC, das alle zwei Jahre Spiele austrägt, ist ungleich höher.“

Das betreffe natürlich auch das Monetäre - aber auch die Vorbereitung der Sportler, Trainer, Physios sowie Medien. „All diese Interessen muss Thomas Bach jonglieren. Deswegen habe ich ein Stück weit Verständnis“, meinte der 30-jährige Säbelfechter.

Deshalb finde er es richtig, nicht vorschnell Entscheidungen zu treffen. „Man sollte aber auch alle möglichen Szenarien durchspielen, zum Beispiel eine Austragung unter besonderen Schutzmaßnahmen“, erklärte Hartung im Interview des Magazins „Der Spiegel“. Über eine Verschiebung der Spiele um vielleicht zwei Jahre möchte Hartung nicht wirklich nachdenken: „Ich habe diese Möglichkeit im Kopf, aber im Herzen ist das noch nicht angekommen.“ Olympische Spiele seien so ein Fixpunkt im Leben eines Sportlers. „Es fällt sehr schwer, mir das vorzustellen.“

FAZ-Interview

Spiegel-Interview

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