ManU kontra Inter, Sir Alex gegen Mourinho

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Deutsche Presse-Agentur

ManU kontra Inter, Sir Alex gegen Mourinho: Die Fußball-Welt schaut gebannt ins große Old Trafford. Champions- League-Titelverteidiger Manchester United will im Achtelfinale den italienischen Meister Inter Mailand ausschalten.

„Jetzt kommt die Königin der Spiele“, titelte „La Gazzetta dello Sport“ vor dem zweiten Aufeinandertreffen der europäischen Top-Clubs, vor dem Duell der großen Trainer-Rivalen Sir Alex Ferguson und José Mourinho.

Nach dem 0:0 im Hinspiel rechnet Gastgeber Ferguson mit einem sehr defensiv eingestellten Kontrahenten. „Inter wird versuchen, 120 Minuten ohne Tor zu überstehen“, glaubt der 67-Jährige. „Aber mir macht das überhaupt keine Sorgen. Meine Spieler haben schon gezeigt, dass sie im Elfmeterschießen bestehen können.“

Der englische Meister ist seit 20 Partien in der Champions League ungeschlagen und will den vor zwei Wochen aufgestellten Rekord in der von Schiedsrichter Wolfgang Stark (Ergolding) geleiteten Partie ausbauen. Zu Hause gab es in den vergangenen 18 Partien in diesem Wettbewerb keine Niederlage mehr, die letzte liegt mehr als vier Jahre zurück.

Wenn dem ManU-Coach etwas Kopfzerbrechen bereitet, dann ist es die Aufstellung. „Jede Woche muss ich Weltklassespieler draußen lassen. Da muss ich immer fürchten, dass ich auch eine falsche Wahl treffen kann“, sagte der Schotte. Er bangt um den Einsatz von Innenverteidiger Rio Ferdinand. Der englische Nationalspieler musste im Pokalspiel gegen den FC Fulham (4:0) mit einer Knöchelverletzung vom Platz. Lautsprecher Mourinho, der sich in einem Interview selbst als möglicher Nachfolger Fergusons anpries, hat mit dem FC Porto und später mit dem FC Chelsea nur eins von 13 Duellen mit seinem 21 Jahre älteren Trainer-Kollegen verloren. Allerdings plagen den Portugiesen aktuell die größeren Sorgen. Beim 2:0-Sieg Inters gegen den FC Genua am vergangenen Wochenende verletzten sich die beiden Innenverteidiger Marco Materazzi und Nicolás Burdisso. Der Rumäne Cristian Chivu - eine mögliche Alternative - ist nach einer Oberschenkelverletzung gar nicht erst mit nach England gereist.

Der Ausgang des Top-Spiels wird auch bei Bayern München mit Spannung erwartet. „Ich bin sicher, Inter kommt weiter. Auswärts hat Inter mehr Möglichkeiten, Tore zu machen. Die Engländer müssen angreifen“, sagte Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge. Präsident Franz Beckenbauer ist vorsichtiger: „Die Atmosphäre in Old Trafford kann in einem ausgeglichenen Spiel entscheiden. Das wird schwer für Mourinho.“

Im zweiten englisch-italienischen Duell muss der FC Arsenal einen 1:0-Vorsprung beim AS Rom verteidigen. „Es ist sehr wichtig, dass wir uns auf unser Spiel nach vorn und aufs Toreschießen konzentrieren“, sagte Arsenal-Trainer Arsène Wenger. Mut macht den „Gunners“ der Lauf von 17 Spielen ohne Niederlage. Roma hofft auf Francesco Totti. Er hat seine Knieprobleme überwunden, ist aber noch nicht schmerzfrei.

Nach dem mageren 1:1 bei Olympique Lyon braucht auch der FC Barcelona im Rückspiel einen Kraftakt, um im Wettbewerb zu bleiben. „Das Wichtigste sind wir selbst. Wenn wir gut sind, werden wir gewinnen“, glaubt Barcas Mittelfeldspieler Seydou Keita. Lyons Angreifer Karim Benzema will das verhindern und hat an seine Kollegen das Rezept ausgegeben: „Wir wissen, dass sie es nicht mögen, wenn man ihnen auf die Pelle rückt.“

Auch in der vierten Begegnung des zweiten Achtelfinalabends sind die Gäste unter Zugzwang. Nach dem 2:2 im Hinspiel muss Atletico Madrid beim FC Porto gewinnen oder mindestens wieder ein 2:2 erreichen, um die Entscheidung in der Verlängerung oder im Elfmeterschießen suchen zu dürfen. Die Generalprobe war mit einem 1:1 gegen Real Madrid vielversprechend, aber auch Porto schoss sich mit einem 4:1 in der portugiesischen Meisterschaft über Leixões SC ordentlich ein.

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