ManCitys Begnadigung: Keine Spur von Fair Play

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Sportredakteur

Vor dem Financial Fair Play (FFP) müssen die Topclubs keine Angst haben. Das ist seit Montag noch klarer. Manchester City wird nun doch nicht für zwei Jahre aus dem Fußball-Europapokal ausgeschlossen. Die Begründung des Internationalen Sportgerichtshof Cas ist für die UEFA so peinlich wie lächerlich: Viele Vorwürfe gegen den von Scheich Mansour aus Abu Dhabi geführten Club aus der englischen Premier League seien „nicht haltbar“, heißt es im Cas-Urteil. Oder sie sind verjährt. Keine Satire, Realität!

Dabei gibt es seit den Enthüllungen der Plattform Football Leaks eigentlich keine Zweifel mehr, dass Manchester City finanziell getrickst hat. Sponsorengelder waren in Wirklichkeit Zuwendungen des Scheichs. Und das ist laut FFP nicht erlaubt. Jeder Club, der an einem europäischen Wettbewerb teilnimmt, darf nur eine bestimmte Summe ausgeben. Die hängt damit zusammen, wie viel ein Verein über eine gewisse Zeit eingenommen hat. Das hat ManCity aber nicht interessiert. Es zeigt sich, dass die Topclubs – beileibe nicht nur Manchester City – der UEFA samt ihres FFP auf der Nase herumtanzen können. Dass City die Untersuchungen der UEFA behindert hat, gab sogar der Cas zu. Auswirkungen hat das aber nicht. Keine Sperre – und statt 30 Millionen Euro nur zehn Millionen Euro Strafe. Man kann sich das Lachen des Scheichs vorstellen.

Wer viel Geld hat, kann sich vieles erlauben. Wer mächtige Sponsoren und Besitzer hat, noch ein bisschen mehr. Wer – wie etwa Bayern München – finanziell solide wirtschaftet, steht als Naivling da. Vielleicht sollten auch sie mehr in die Trickkiste greifen. Konsequenzen sind ja quasi ausgeschlossen. Die Investoren lachen sich ins Fäustchen, die Fans sind gefrustet. Einmal mehr wird ihnen vor Augen geführt, worum es den Proficlubs geht. Um Geld. Und die UEFA? Spricht vom „signifikanten Einfluss“ des FFP. Schließlich habe es schon Strafen gegeben. Jedoch gegen Kardemir, Rostov, Botosani und Malaga. Manchester wäre der erste prominente Fall gewesen. Es wäre ein gutes und richtiges Zeichen gewesen. Die Chance wurde vertan.

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