Mainz nach Niederlage gegen VfB tief in der Krise

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FSV Mainz 05 - VfB Stuttgart
Mainz 05 steckt nun auch sportlich in der Krise. (Foto: Thomas Frey / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Andreas Schirmer

Kapitän Danny Latza gab sich nach der 1:4 (1:1)-Pleite seines 1. FSV Mainz 05 gegen Bundesliga-Aufsteiger VfB Stuttgart genervt.

„Auf keinen Fall“, antwortete er nach dem Abpfiff auf die Frage, ob der Trainings-Boykott der Spieler sich negativ auf das Spiel ausgewirkt habe. „Wir haben uns auf den Fußball konzentriert und die anderen Dinge vergessen“, behauptete der Mittelfeldspieler.

Dagegen räumte der Mainzer Chefcoach ein, dass die Chaos-Tage Spuren hinterlassen haben. „Dass es Einfluss hatte, ist nicht weg zu diskutieren“, sagte Achim Beierlorzer, der nach den Vorfällen und der misslungenen Schadensbegrenzung um seinen Job bangen muss. Die durch den Trainingsstreik der Profis vom Mittwoch aus Solidarität mit ihrem Stürmer Adam Szalai ausgelöste schwere Krise ist nach der zweiten Niederlage nun zusätzlich auch eine sportliche. „Die Gesamtlage in Mainz ist bedenklich, das wissen wir auch“, befand 05-Sportvorstand Rouven Schröder zerknirscht.

Die 3403 Zuschauer machten am Ende ihrem Ärger über die Pleite mit Buhrufen und Pfiffen Luft. „Dafür habe ich Verständnis“, meinte Beierlorzer, der zugab, dass die Niederlage verdient gewesen war. Gegen insgesamt präsentere und wachere Stuttgarter gab es eigentlich nur nach dem 1:0 durch Robin Quaison (13. Minute) die Hoffnung, dass die Partie gut für den Gastgeber ausgehen könnte.

Die Treffer zum ersten Sieg nach dem Liga-Comeback der Schwaben erzielten danach Silas Wamangituka (45.), Daniel Didavi (61.), Mateo Klimowicz (80.) und Sasa Kalajdzic (86.). In der 77. Minute sah zudem der Mainzer Moussa Niakhaté Gelb-Rot. VfB-Abwehrspieler Pascal Stenzel musste kurz vor dem Ende ebenfalls nach einer gelb-roten Karte vorzeitig vom Platz.

Dies änderte nichts mehr daran, dass eine „schwarze Serie“ der Stuttgarter in Mainz zu Ende ging. Es war der erste Sieg in einem Pflichtspiel seit 15 Jahren. „Wir haben ein gutes Spiel gemacht“, sagte VfB-Coach Pellegrino Matarazzo. „Ich freue mich über den ersten Sieg.“

Drei Tage nach dem Eklat wirkten die Mainzer Profis in der Anfangsphase unentschlossen, fahrig und konfus gegen die gut auftrumpfenden Liga-Rückkehrer. Dies änderte sich nach dem ersten durchdachten Spielzug der Platzherren in der 13. Minute. Nach einer Hereingabe von Jean-Paul Boetius verlängerte Jean-Philippe Mateta den Ball per Kopf auf Quaison, der den Ball nur noch mit der Stirn über die Torlinie zu drücken brauchte.

Danach lief es auf einmal bei den Gastgebern wesentlich besser und durchdachter. In der 24. Minute hatte der Niederländer Boetius, der ungestört in den gegnerischen Strafraum eindringen konnte und aus 15 Metern nur knapp am rechten Pfosten schoss, sogar die Chance zum 2:0. In der Folgezeit hatten die Rheinhessen aber nicht mehr viel Gutes zu bieten, während die Stuttgarter sich von dem 0:1-Schock erholten und durch Wamangituka nach starker Vorarbeit von Gonzalo Castro zum 1:1 kamen.

„Der Ausgleich kam kurz vor der Pause zum richtigen Zeitpunkt“, meinte Matarazzo. Auch nach dem Wiederanpfiff hatte der schwäbische Aufsteiger mehr vom Spiel und das bessere Ende durch die Tore von Didavi, Klimowicz und Kalajdzic für sich. „Wir haben uns nach dem 0:1 hochgerappelt und dann verdient gewonnen“, meinte Torschütze Didavi.

© dpa-infocom, dpa:200926-99-721245/3

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