Mainz frohlockt: Kasse gefüllt, Moral gestärkt

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Deutsche Presse-Agentur

Mit dem 3:1 (0:0) im DFB-Pokal-Achtelfinale beim Tabellendritten SC Freiburg punktete Herbstmeister FSV Mainz 05 bereits vor dem Anpfiff der Zweitliga-Rückrunde:

Jörn Andersen saß mit so breiter Brust bei der Pressekonferenz, dass sein grauer Pullover spannte, und mit einem zufriedenen Lächeln strich er sich die blonden Strähnen aus der Stirn. „3:1 in Freiburg, das ist nicht normal. Die haben ja eine sehr heimstarke Mannschaft“, meinte der norwegische Coach des FSV Mainz 05. Bei der Generalprobe für das Spitzenspiel und Derby beim 1. FC Kaiserslautern traten die Mainzer abgezockt auf wie ein künftiger Bundesligist. „Das war gut für die Moral“, frohlockte Andersen.

Manager Christian Heidel freute sich vor allem über die eine Million Euro Mehreinnahmen: „Ein warmer Geldregen kommt jetzt. Wir haben das wirtschaftlich gebraucht. Nicht, dass der FSV von akuten Finanzsorgen geplagt ist, aber es entspannt die ganze Situation schon.“ Für Präsident Harald Strutz war der Auftritt „neben der Bedeutung für die Wirtschaftlichkeit auch wieder sehr gut für das Image. Ich ziehe vor allem davor den Hut, wie die Mannschaft in der zweiten Halbzeit gespielt hat.“

So musste Freiburgs Coach Robin Dutt zähneknirschend die größere Cleverness des Rivalen anerkennen: „Mainz hat hier im Stil einer Klassemannschaft gespielt und uns ausgekontert. Das zeugt von Qualität“, meinte er und mahnte seine Spieler vor dem Punktspiel bei 1860 München: „Wir müssen noch dazulernen. Dafür haben wir aber nicht viel Zeit.“ Andersens blickte gleich nach der Pokal- Kür ebenfalls auf die Zweitliga-Pflicht: „Am Montag ist ein neues Spiel - und das wird schwerer als heute.“

Vor nur 13 000 Zuschauern hatte sein Team in der ersten Halbzeit keine einzige Torchance, während Freiburg wie wild, aber wirkungslos wirbelte. Andersen wurde daraufhin in der Kabine „etwas lauter. Ich habe gesagt, dass sich jeder steigern muss“. Und dann erwischte es den Sportclub - wie schon bei der 0:1-Zweitliga-Niederlage - eiskalt: Niko Bungert (47. Minute) und Aristide Bancé (65.) mit seinem ersten Treffer seit jenem Sieg im badenova-Stadion im Oktober schossen eine 2:0-Führung heraus. „Das 1:0 war der Dosenöffner“, meinte Mittelfeldspieler Florian Heller. Nach dem Anschlusstreffer durch Pavel Krmas (71.) sorgte Elkin Soto (80.) für die endgültige Entscheidung zugunsten des Tabellenführers.

„Ein Heimspiel - aber nicht die Bayern“, wünscht sich Andersen nun für den 3./4. März. Gegen die Münchner waren die Mainzer nämlich beim vorerst letzten Viertelfinal-Einzug vor drei Jahren in der Allianz-Arena nach Verlängerung ausgeschieden. Die SC-Fans trugen das Ende der Pokal-Träume mit Humor: „Freiburg ist viel schöner als Berlin“, sangen sie. Schlimmer als das Aus dürfte Dutts Teams jedoch die Erkenntnis treffen, dass sie im Aufstiegsrennen noch ordentlich zulegen müssen, wenn sie eine Chance haben wollen.

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