München wartet auf Olympiagegner für 2018

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Deutsche Presse-Agentur

Acht Monate vor Ablauf der Bewerbungsfrist warten Münchens Olympia-Macher gespannt auf die Konkurrenten im Kampf um die Winterspiele 2018.

„Die internationale Bewerbungslage ist nicht so übersichtlich“, sagte Thomas Bach, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Noch tappt man im Dunkeln: Einfluss auf geplante Kandidaturen könnte auch die weltweite Finanzkrise nehmen, die München mit seinen zwei Partnern Garmisch-Partenkirchen und Schönau am Königssee ebenfalls unerwartete und nicht unerhebliche Schwierigkeiten bei der Sponsoren-Suche beschert hat.

„Einen Angstgegner bei der Bewerbung sehen wir noch nicht“, sagte Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) selbstbewusst nach der Gesellschafterversammlung. Bei der Sitzung in der bayerischen Staatskanzlei wurde der bisherige Leistungssportdirektor des DOSB, Bernhard Schwank (48), zum zweiten Geschäftsführer ernannt. Zudem wurde der 26 Personen zählende Aufsichtsrat berufen.

Das Internationalen Olympischen Komitee (IOC) vergibt die Winterspiele 2018 im Juli 2011 auf seiner Vollversammlung im südafrikanischen Durban. Nach China gebe es inzwischen auch aus den USA „klare Signale“, nicht anzutreten, berichtete der als IOC-Vizepräsident bestens informierte Bach. Das gelte „unabhängig davon, ob Chicago die Sommerspiele 2016 bekommt“. Der nächste wichtige „Stichtag“ für München, erklärte Bach, sei der 18. März: „Da wird Frankreich über eine Bewerbung entscheiden.“

Als stärkster möglicher Konkurrent wurde bislang Pyeongchang angesehen, aktuell Schauplatz der Biathlon-Weltmeisterschaften. Die Südkoreaner hatten schon zweimal das Nachsehen gegen Vancouver (2010) und Sotschi (2014), ein dritter Anlauf ist geplant. Allerdings prüfe man in Südkorea auch eine Bewerbung um die Sommerspiele 2020 mit der attraktiven Stadt Busan, berichtete Bach von neuen Überlegungen der Asiaten. Der DOSB-Chef empfiehlt aber schon jetzt, „nicht so sehr auf andere zu schauen, sondern sich auf uns selbst zu konzentrieren“.

Das Schlaglicht liegt aktuell auf den 30 Millionen Euro für die Bewerbung. „Deutlich über zehn Millionen Euro“ seien über private Sponsoren abgesichert, berichtete Ude - „teilweise über Verträge und teilweise über fest verlässliche Zusagen auf Chefebene“. Das Ziel, die Kampagne mit Geldern großer deutscher Unternehmen und ohne Steuermittel zu stemmen, soll weiter „in allergrößtem Umfang“ gelingen, sagte Ude: „Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, dass die Wirtschaftskrise sich nicht auf die Sponsoren ausgewirkt hätte.“

Am Donnerstag wurde auch der „Startschuss“ für das erste Bewerbungsbuch („Mini Bid Book“) gegeben, das dem IOC im Frühjahr 2010 vorgelegt werden soll. Denn eine erste Hürde müssen München (Eissport), Garmisch (Skisport) und Königssee (Bob und Rodel) schon ein Jahr vor der endgültigen IOC-Entscheidung nehmen. „Unser erstes Ziel ist es, 2010 Kandidatenstadt zu werden und dann die Bewerbung zu gewinnen“, verkündete Staatskanzleichef Siegfried Schneider in Vertretung des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer.

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