Ludwig-Kozuch-Versprechen: Für Olympia den Hintern aufreißen

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Beachvolleyball-WM
Laura Ludwig (r) und Margareta Kozuch schieden bei der Heim-WM bereits aus. (Foto: Christian Charisius / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Jens Mende

Das Versprechen gab die gestürzte Weltmeisterin gleich nach dem bitteren K.o. am Hamburger Beach ab. Die Fans werden im Kampf um einen Olympia-Startplatz 2020 weiter „zwei blonde Damen“ erleben, die sich den Hintern „aufreißen“, verkündete Laura Ludwig. „Mein Herz brennt.“

Allerdings stahl das schockierende Ausscheiden des deutschen Nationalduos Ludwig und Margareta Kozuch der noch bis Sonntag laufenden Heim-WM der Beach-Volleyballer die größte Fan-Attraktion. Und die Art und Weise warf für den Weg nach Tokio einige Fragen auf. „Wir werden es analysieren, woran es gelegen hat, dann geht es weiter“, sagte Kozuch zum Rückschlag nach einer eigentlich ordentlichen Vorrunde: „So deutlich haben wir das nicht erwartet.“

Auch am Tag danach war der chancenlose Auftritt von Ludwig/Kozuch in der ersten Alles-oder-nichts-Runde gegen die US-Amerikanerinnen Summer Ross und Sara Hughes noch Thema Nummer eins bei der Weltmeisterschaft am Rothenbaum. „Wir werden ein bisschen was angehen müssen. Aber dazu sind große Meisterschaften ja auch da, um zu sehen, wo man steht“, erklärte Trainer Jürgen Wagner. Der 63-Jährige hatte Ludwig und die inzwischen zurückgetretene Kira Walkenhorst zu Champions bei Olympia (2016) und WM (2017) geführt. „Der Weg ist klar. Aber vielleicht muss man mal einen kleinen Umweg gehen und Korrekturen setzen“, bemerkte Wagner am Donnerstag.

„Wir können viel mitnehmen. Wir haben mehr Konstanz gezeigt als in den Turnieren davor“, meinte Ludwig. Die 33-Jährige präsentierte sich in ihrer Wahlheimat Hamburg nach 20-monatiger Babypause teilweise schon wieder mit ihren typisch mitreißenden Aktionen: „Wir hatten schon viele Spiele, in denen wir Dinge, die wir geübt haben, auch umsetzen konnten.“ Andererseits fehlte dem neuen, erst seit einem halben Jahr zusammenspielenden Duo noch Konstanz, Robustheit und Harmonie. „Unter Druck hatten wir zu wenig Lösungen“, bestätigte Erfolgscoach Wagner, sagte aber auch: „In der Spielfähigkeit haben wir den erhofften riesen Schritt nach vorn gemacht.“

Der Arbeit mit seinem Trainer- und Betreuerstab wird das Duo „weiter vertrauen“, betonte die 32 Jahre alte Kozuch. Die einstige Weltklasse-Hallenspielerin, die sich inzwischen als „komplette Beachvolleyballerin“ sieht, offenbarte gegen die USA vor allem im sogenannten Sideout, der Angriffsaktion direkt nach dem gegnerischen Aufschlag, spielentscheidende Schwächen.

Wagner hat eine „Kopfproblem“ ausgemacht, auch wenn es eine Analyse erst noch geben wird. „Einen Plan B oder C habe ich bei allen ausgeschiedenen deutschen Frauenteams nicht gesehen“, sagte Olympiasieger Julius Brink, der 2012 übrigens auch unter Trainer Wagner mit Jonas Reckermann in London Gold gewonnen hatte.

Für die prominenten Hamburgerinnen Ludwig/Kozuch wird der Spagat nun immer schwieriger: Auf der einen Seite müssen sie im Training hart an Harmonie, Stabilität und technischen Elementen arbeiten. Dazu aber brauchen sie bei den kommenden Wettkämpfen unbedingt schon gute Ergebnisse. Zwölf Turniere kommen in die Wertung für die Olympia-Qualifikation, höchstens zwei Plätze gibt es pro Nation und Geschlecht. Es gehe „um stetiges Wachstum“ und „natürlich um Konstanz“, sagte Blockspezialistin Kozuch.

Bis Samstag wird weiter in Hamburg trainiert, dann geht es schon zum nächsten Welttour-Turnier ins Schweizer Gstaad, berichtete Wagner. Zusätzliche Bestrafung für das vorzeitige WM-Aus: Dort müssen sich Ludwig/Kozuch nun in der Qualifikation einen Hauptfeld-Platz sichern.

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