Lewis Hamilton: Zwischen Schumi-Rekorden und Musik-Karriere

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Lewis Hamilton
Nahm mit Christina Aguilera einen Song auf: Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton. (Foto: Leonhard Foeger / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Thomas Wolfer

Schüchtern und zurückhaltend erlebt Lewis Hamilton eigentlich kaum jemand. Doch wenn es um seine Musik geht, wird der Formel-1-Dauersieger vom knallharten Rennfahrer zum verlegenen Jungen.

„Ich habe mich nicht getraut, ich weiß nicht warum, es war vielleicht Unsicherheit, Angst, zu viel Nachdenken“, schrieb der sechsmalige Weltmeister in einer Instagram-Story nachdem er ein lange gut gehütetes Geheimnis lüftete. 2018 hatte er mit Pop-Superstar Christina Aguilera heimlich den Song Pipe auf ihrem Album Liberation veröffentlicht. Dabei nutzte der Mercedes-Pilot das Pseudonym XNDA - und plant in Zukunft, noch mehr Musik zu zeigen.

„Ich habe in den letzten zehn Jahren oder mehr geschrieben und aufgenommen“, verriet der britische Superstar, der sich als Rapper und Sänger probiert, seinen mehr als 18 Millionen Followern: „Ich bin jetzt an dem Punkt, wo ich das liebend gerne mit euch teilen möchte. Ich habe kein Projekt oder kein Album, sondern nur ein paar verschiedene Songs.“ Diese hätten ihm selbst durch schwere Zeiten geholfen, und er hoffe, dass Menschen mitfühlen könnten. Wann und wie er seine Werke verbreiten wird, ließ das Multitalent zunächst offen.

Kompromissloser Fahrer, einfühlsamer Musiker, überzeugter Veganer, kreativer Modedesigner, Kämpfer gegen Rassismus - Hamilton zeigt sich gerne in den verschiedensten Facetten. Überall will er gut sein, auf der Strecke ist er schon der Beste. Für den 35-Jährigen geht es beim Heimrennen in Silverstone am 2. August (15.10 Uhr/RTL und Sky) wieder um den Sieg. Nach 86 Grand-Prix-Triumphen fehlen nur noch fünf, um mit Michael Schumacher gleichzuziehen. Kaum jemand zweifelt daran, dass ihm das gelingt und er dieses Jahr zum siebten Mal Weltmeister wird. Auch da würde er mit Legende Schumacher gleichziehen.

„Ich sehe keinen Grund, der dagegen spricht, dass Lewis jedes weitere Rennen dieser Saison gewinnt“, sagte McLaren-Fahrer Lando Norris. Zu stark, zu fehlerlos agiert Hamilton im überlegenen Silberpfeil. Zwei Siege aus den ersten drei Rennen und der obligatorische erste Platz in der WM-Wertung sind der Lohn. Nun folgt der Große Preis von Großbritannien, den er als einziger schon sechs Mal gewinnen konnte. Der Kurs liegt nur rund 80 Kilometer entfernt von Stevenage. Dem Ort, in dem Hamilton aufwuchs und seine glanzvolle Karriere begann.

Mit der britischen Fahne in der Hand feierte der Ausnahmekönner im Vorjahr seinen Sieg, über 140.000 Fans jubelten ihm zu. Jetzt wird alles anders, denn durch die strengen Corona-Beschränkungen bleiben die Tribünen leer, genau wie beim zweiten Rennen eine Woche später an gleicher Stelle. „Es ist eigentlich das Highlight meines Jahres, die Unterstützung ist unfassbar“, sagte Hamilton und ergänzte etwas wehmütig: „Ich werde das alles unglaublich vermissen.“

Hamilton empfindet es als „Ehre und Privileg, einen Grand Prix in meinem Heimatland gewinnen zu können“, betonte er. Gefahren wird nur unweit der Mercedes-Fabriken von Brackley und Brixworth, auch für sein Team ist es ein Heimspiel. Wieder hat der deutsche Autobauer das stärkste Fahrzeug, kann wie schon in den vergangenen sechs Jahren neben dem Fahrer- auch den Konstrukteurstitel gewinnen. Vor allem Ferrari mit Sebastian Vettel enttäuschte zum Start der Corona-Saison und kann nicht annähernd mit dem Branchenprimus konkurrieren.

Hamilton empfindet es als „Ehre und Privileg, einen Grand Prix in meinem Heimatland gewinnen zu können“, betonte er. Gefahren wird nur unweit der Mercedes-Fabriken von Brackley und Brixworth, auch für sein Team ist es ein Heimspiel. Wieder hat der deutsche Autobauer das stärkste Fahrzeug, kann wie schon in den vergangenen sechs Jahren neben dem Fahrer- auch den Konstrukteurstitel gewinnen. Vor allem Ferrari mit Sebastian Vettel enttäuschte zum Start der Corona-Saison und kann nicht annähernd mit dem Branchenprimus konkurrieren.

Beim vergangenen Rennen in Ungarn gelang dem siegreichen Hamilton bei einer Überrundung von Vettel sogar eine Demütigung. „Hätte ich gerne mehr Zweikämpfe mit anderen Team? Absolut!“, sagte Hamilton. Aber Mercedes würde eben wie verrückt arbeiten, um diesen Vorsprung zu haben und zu halten. „Und wir werden damit weitermachen“, sagte Hamilton, der noch einen Vertrag bis zum Ende des Jahres besitzt.

Dass dieser verlängert wird, gilt nur als Formsache. Hamilton will weiter Rekorde jagen und sich in die Geschichtsbücher eintragen. „Ich sehe mich noch mindestens drei Jahre weitermachen“, kündigte er am Donnerstag in Silverstone an und ergänzte: „Ich möchte weiter abliefern, so lange ich kann und auch in Zukunft hier sein.“

© dpa-infocom, dpa:200729-99-971422/6

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