Leverkusen blickt mit Trainer Bosz nach oben

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Peter Bosz
Leverkusens Trainer Peter Bosz lässt offensiv spielen. (Foto: Rolf Vennenbernd / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Nikolai Huland und Ulf Zimmermann

Peter Bosz? Der richtige Mann für den Trainerjob in Leverkusen? Die Bundesliga-Rückkehr des Niederländers wurde nach dessen Intermezzo bei Borussia Dortmund skeptisch betrachtet. Damals hatte Bosz nach tollem Start eine Negativserie, die ihn noch in der Hinrunde den Job kostete.

Nach drei Bundesliga-Partien unter der Führung des 55-Jährigen wirkt Bayer Leverkusen gestärkt. Letzter Beweis war das 3:1 gegen Rekordmeister FC Bayern München - mit dem Bosz auch noch seinem Ex-Club im Titelrennen half. „Dieser Sieg wird uns tragen“ sagte Bayer-Torwart Lukas Hradecky. „Es sind nicht nur drei Punkte. Selbstbewusstsein ist wichtig für diese Spielweise.“

Bayer Leverkusen tritt im Jahr 2019 bislang sehr mutig auf. Die Werkself-Profis rennen und sprinten mehr als die der anderen Teams, Gegner werden oft sehr früh unter Druck gesetzt, bei Balleroberungen geht es rasant schnell nach vorne. Zwei der drei Partien unter Bosz, der den Job von Heiko Herrlich übernahm, hat Leverkusen gewonnen, erst gegen Wolfsburg und nun gegen die Bayern. Nur beim Bosz-Debüt gab es ein unglückliches 0:1 gegen Gladbach. In der Tabelle ist Bayer jetzt Siebter, sieben Punkte hinter Champions-League-Platz vier.

„Wenn du siehst, dass das, was wir jetzt die letzten vier Wochen gemacht haben, alles Früchte trägt, dann ist das natürlich ein extrem gutes Gefühl und bestätigt dich darin, so weiter zu machen“, betonte Nationalspieler Julian Brandt, der beim Coup gegen die Bayern einer der Besten im Team der Rheinländer war. Er forderte vor den anstehenden englischen Wochen mit dem DFB-Pokal-Spiel in Heidenheim am Dienstag und den Europa-League-Auftritten gegen FK Krasnodar: „Wir müssen schon zusehen, dass wir jetzt weiter dranbleiben.“

Die Zusammenarbeit mit dem neuen Coach sei bislang „sehr gut“ und „sehr detailliert, akribisch“, berichtete der 22-Jährige. Auch Sport-Geschäftsführer Rudi Völler lobte den neuen Trainer: „Es waren sehr intelligente Wechsel“, sagte Völler mit Blick auf die Entscheidungen des Coaches. Für den jungen Kai Havertz, der sich an der Hüfte verletzt hatte, brachte Bosz beim Stand von 0:1 etwa Julian Baumgartlinger. Der 31 Jahre alte Österreicher ist ein Mann für das Grobe. „Das war wichtig, nicht zu offensiv zu spielen“, sagte Völler.

Bosz und die Defensive, genau das ist der Kern der Skepsis: Die Erinnerungen an Bosz' kurze Zeit beim BVB in der Vorsaison sind noch allgegenwärtig. Etwas mehr als ein Jahr später ist der 55-Jährige auf dem Weg, sein Trainer-Image zu ändern. Wenn es bei der Richtung bleibt. Er sagt mit Blick auf sein Team: „Ich weiß, dass wir nur auf einem guten Weg sind. Wir haben aber noch einen langen Weg zu gehen.“

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