„Lehrgeld gezahlt“: RB Leipzig geht im Old Trafford unter

Lesedauer: 5 Min
Deutsche Presse-Agentur
Frank Kastner und Wolfgang Müller

Auch RB Leipzig hat die fast zwei Jahrzehnte anhaltende Dominanz von Manchester United im Old Trafford gegen deutsche Teams nicht stoppen können - und seine höchste Auswärtsniederlage in der Champions League kassiert.

„Mit einem 5:0 nach Hause zu fliegen, ist eine Packung. Wir haben Lehrgeld gezahlt und müssen draus lernen“, sagte Trainer Julian Nagelsmann bei DAZN.

Sein Team ging beim englischen Rekordmeister mit 0:5 (0:1) unter und musste mit der ersten Pflichtspiel-Niederlage der Saison auch die Tabellenführung in der Gruppe H der Königsklasse abgeben. RB ist nach dem Auftaktsieg gegen Basaksehir nun punktgleich mit Paris Saint-Germain. Die Franzosen gewannen zuvor 2:0 in Istanbul. Der letzte deutsche Sieg in der altehrwürdigen Spielstätte in Manchester gelang dem FC Bayern München 2000/2001 (1:0).

„Es ist schwer Worte zu finden, wenn du 0:5 verloren hast“, sagte Emil Forsberg. Mason Greenwood (21. Minute), mit 19 Jahren der jüngste Spieler auf dem Platz, schoss die Red Devils vor der Geisterkulisse im Old Trafford in Führung, ehe der eingewechselte Marcus Rashford mit einem Dreierpack (73./78./90.+2) und Anthony Martial per Foulelfmeter (87.) den ersten Heimsieg in dieser Saison perfekt machten. Zuvor gab es es in der Premier League ein 1:3 gegen Crystal Palace, ein krachendes 1:6-Debakel gegen Tottenham Hotspur und ein 0:0 gegen den FC Chelsea. „Das Ergebnis fühlt sich nicht gut an und liest sich deutlicher, als es war“, sagte Nagelsmann.

Er ließ die zuletzt leicht angeschlagenen Marcel Sabitzer und Tyler Adams zunächst auf der Bank. In der Dreierkette der Innenverteidigung bekam der Franzose Ibrahima Konaté den Vorzug vor Willi Orban. Man-United-Coach Ole Gunnar Solskjaer überraschte mit Paul Pogba auf der linken Seite und mit Donny van de Beek im Mittelfeld und verzichtete überraschend auf Rashford in der Startelf. Dafür setzte er auf Greenwood, was sich sofort auszahlte.

Der Stürmer lief nach einem Pogba-Pass in abseitsverdächtiger Position halblinks kurz Dayot Upamecano davon und schob an RB-Keeper Peter Gulacsi vorbei zur Führung ein (21.). Trotz Gegencheck der Video-Referees wurde der Treffer nicht zurückgenommen. Für die Sachsen war es ein Wachrüttler: Erst testete Christopher Nkunku (21.) United-Keeper David de Gea, dann blieb Kevin Kampl (24.) mit seinem Schuss in der Abwehr hängen. RB bemühte sich, konnte spielerisch aber gegen laufbereite Gastgeber wenig Akzente setzen.

Nach dem Wechsel erhöhte RB das Tempo, spielte die Bälle direkter und hatte somit mehr Freiräume in Umschaltsituationen. Meistens war jedoch an der Strafraumgrenze Endstation. Man United blieb in den Zweikämpfen enorm präsent und spielte in der Offensive genauer. Nach gut einer Stunde brachte Nagelsmann erst Kapitän Sabitzer, dann den Norweger Alexander Soerloth - Solskjaer parallel Rashford.

Den Ausgleich für RB verhinderte in der 65. Minute de Gea mit einer Glanzparade nach einem Kopfball von Konaté aus Nahdistanz. Auf der Gegenseite stand Gulacsi (71.) nach einer Standardsituation gegen den hereinspringenden Anthony Martial goldrichtig. Danach startete die Show des eingewechselten Rashford, der gleich dreimal eiskalt verwandelte. „Wir haben eine große Team-Performance gezeigt. Wir haben uns auch ohne Ball sehr gut bewegt, alle Jungs von der Bank waren heute sofort da“, sagte der Dreifach-Torschütze.

© dpa-infocom, dpa:201028-99-122523/5

Die Kommentarfunktion ist für Sie aktuell gesperrt. Bitte wenden Sie sich an unseren Kundenservice für weitere Infos.
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Mehr Themen