Lehmann im Vertragspoker vor Einigung mit VfB

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Deutsche Presse-Agentur

Kurz vor Ablauf des Vereins-Ultimatums bahnt sich im Vertragspoker zwischen Jens Lehmann und dem VfB Stuttgart eine Einigung an. „Beide Seiten wollen gern, aber es sind noch juristische Dinge zu klären“, sagte Lehmanns Anwalt Jörg Rüsing der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Der schwäbische Fußball-Bundesligist hatte dem früheren Nationaltorwart eine Frist zur Entscheidung über eine Verlängerung seines am Saisonende auslaufenden Kontrakts bis zum Abend des 30. März gesetzt. Vor dem 3. April aber will der VfB laut Sportdirektor Horst Heldt das Ergebnis der monatelangen Verhandlungen nicht bekanntgeben. „Vorher wäre alles andere Spekulation“, warnte Heldt.

Doch alles deutet auf ein weiteres Lehmann-Jahr in Stuttgart hin. „Es würde mich sehr reizen zu verlängern“, bekannte der 39-Jährige unlängst. Auch Heldt empfing bei den Gesprächen mit dem streitbaren Routinier positive Signale und befand: „Wenn man ihn beobachtet, sieht man in jeder Sekunde, dass er engagiert und voller Tatendrang ist.“ Noch aber zögert der Keeper mit einer Unterschrift für die kommende Saison und hofft angeblich, dass sein Arbeitgeber weitere Zugeständnisse macht.

So erklärte Anwalt Rüsing, beide Parteien hätten sich angenähert, müssten aber noch weiter aufeinander zugehen. In dieser Woche werde es noch ein Gespräch geben, kündigte Rüsing an. Neben einem möglichen Aufschlag auf Lehmanns aktuelles Jahresgehalt, das bei rund 2,5 Millionen Euro liegen soll, könnte der Verein den 61-maligen Nationalspieler der „Stuttgarter Zeitung“ zufolge mit einer Erfolgsbeteiligung ködern. Diese Prämie fließe aber nur, wenn sich der Bundesliga-Sechste doch noch für den Europapokal qualifiziert. „Alle hoffen natürlich, dass wir uns einigen“, sagte Rüsing.

Kein Thema waren laut Heldt hingegen zusätzliche Sonderrechte für den Torhüter. Schon bei seinem Wechsel vom FC Arsenal nach Stuttgart vor dieser Saison hatte sich Lehmann einige Freiheiten zusichern lassen, um mehr Zeit mit der Familie an seinem Wohnort am rund 250 Kilometer entfernten Starnberger See verbringen zu können.

Für den Fall, dass die Verhandlungen mit Lehmann in letzter Minute doch noch platzen, hat der Verein vorgesorgt. „Wenn der Jens noch ein Jahr dranhängen will, würden wir uns freuen. Wenn er es aber nicht macht, haben wir keine Panik“, sagte Teamchef Markus Babbel. Zu Beginn des Monats verlängerte der VfB den Vertrag mit Ersatzkeeper Alexander Stolz vorzeitig um drei Jahre bis 2012. Auch in Talent Sven Ulreich setzen die Stuttgarter große Hoffnungen. Babbel: „Ich kann versprechen, dass die beiden Jungs ihre Sache richtig gut machen werden.“

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