Legendärer Rekordlauf von Lagat

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Deutsche Presse-Agentur

Der eine erlief sich Reputation und Rekord, der andere eroberte die Herzen der 11 543 Fans im Madison Square Garden sprichwörtlich im Flug.

Doppelweltmeister Bernard Lagat (USA) und Stabhochsprung-Olympiasieger Steve Hooker (Australien) waren die herausragenden Akteure bei den 102. Millrose Games in New York. Lagat gewann beim bedeutendsten Hallen-Leichtathletikmeeting der Welt zum siebten Mal die Wanamaker- Meile und zog mit Rekordsieger Eamonn Coghlan gleich. Hooker faszinierte die Fans mit einer grandiosen Flugshow und glänzenden 6,01 Metern.

„Das kommt ziemlich überraschend, denn meine Vorbereitung war nicht optimal“, meinte der Australier. Erst vor vier Wochen hatte er sich eine Knieverletzung zugezogen, als ihm im Training ein Stab brach. Seitdem konnte Hooker nur einen Übungssprung absolvieren und hatte in New York noch immer sichtlich Probleme beim Anlauf. Nach seinem Siegsprung über die persönliche, australische und Millrose-Games-Bestmarke von 6,01 Meter ließ der 26-Jährige unter dem Jubel der Fans die Weltrekordhöhe von 6,16 Meter auflegen. Beim zweiten und dritten Sprung hatte er die Latte bereits mit den Beinen überquert - Sergej Bubkas 16 Jahre alter Hallenweltrekord von 6,15 Meter bleibt bestehen. „Er ist immer noch der Maßstab“, gab Hooker zu.

Der Maßstab über die Meile ist Lagat. In der letzten Runde zog der Doppelweltmeister über 1500 und 5000 Meter am Olympia-Dritten über 1500 Meter, Nick Willis aus Neuseeland, vorbei und gewann in 3:58,44 Minuten. Für den 34-Jährigen war es der siebte Sieg in New York. „Das hier ist nicht irgendein Rennen für mich, es bedeutet mir sehr viel. Ich hatte immer besonderen Respekt vor dieser Strecke und vor den Leuten, die die Meile hier gelaufen sind - besonders Eamonn Coghlan“, meinte der Amerikaner, der seine Siegertrophäe von Coghlan überreicht bekam. Die „irische Ikone“ war in den 80er Jahren der Dominator über die damals noch auf einer Holzbahn gelaufenen Wanamaker-Meile.

Einen erfolgreichen Doppelstart legte Terrence Trammel hin. Der zweimalige Olympia-Zweite über 110 Meter Hürden gewann zunächst die 60 Meter Hürden (7,45 Sekunden) und sprintete wenig später hinter seinem Landsmann Michael Rodgers (6,51) auf Platz zwei über 60 Meter (6,54 Sekunden). Dritter wurde in 6,62 Sekunden der Olympia-Zweite über 200 Meter, Shawn Crawford (USA).

Das Duell der „dicken Drei“ im Kugelstoßen entschied Titelverteidiger Adam Nelson mit 20,79 Meter vor dem zweimaligen Hallen-Weltmeister Christian Cantwell (20,53) und Weltmeister Reese Hoffa (20,48). Den Stabhochsprung der Frauen gewann die Olympia- Zweite Jennifer Stuczynski mit 4,71 Meter. Insgesamt wurden in der noch „jungen“ Hallensaison sieben Jahresweltbestleistungen registriert.

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