Laufstarker Greis Siebter in Antholz

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Deutsche Presse-Agentur

Doppel-Weltmeister Emil Hegle Svendsen hat mit seinem vierten Saisonsieg die Gesamt-Weltcup-Führung ausgebaut, Michael Greis mit dem siebten Platz in die Weltspitze zurückgefunden.

„Ich bin super zufrieden“, sagte der dreimalige Olympiasieger aus Nesselwang nach dem Biathlon-Weltcup-Sprint über 10 Kilometer in Antholz. Der Norweger traf vor 14 000 Zuschauern alle zehn Scheiben und siegte mit einer Gesamtzeit von 24:52,5 Minuten mit 3,6 Sekunden Vorsprung vor dem laufschnellsten Schweden Björn Ferry. Mit Platz drei und 6,7 Sekunden Rückstand verteidigte der Pole Tomasz Sikora die Führung im Sprint-Weltcup. Greis büßte als Drittschnellster in der Loipe nur 3,9 Sekunden auf Ferry ein, musste aber als einziger der ersten neun Skijäger in die Strafrunde.

Im Ziel verschwand der Allgäuer für einige Zeit im Umkleidezelt, behielt aber immer Blickkontakt zur Anzeigetafel. „Ich war vor dem Start etwas unsicher, wusste nicht wo ich stehe. Der Ausfall wegen der Knieprobleme war alles andere als eine optimale Vorbereitung“, erklärte er seine Neugier nach dem letzten Sprint-Rennen vor den Weltmeisterschaften. „In einer solchen Situation bist du auch vom Kopf her nicht richtig frei. Umso wichtiger war das gute Ergebnis“, schätzte Greis ein - und lobte die Skitechniker. „Ich hatte heute einen Top-Ski. Das ist enorm wichtig für den Kopf. Wenn du weißt, dass du vom Ski her voll dabei bist, hält das die Motivation auf der letzten Runde hoch. Da hast du richtig Gaudi am Laufen, kannst dich reinsteigern“, erzählte Greis.

Wie Greis haben auch die „jungen Wilden“ Christoph Stephan (Oberhof/+ 35,6 Sekunden) als Zwölfter, der auf der Schlussrunde wieder Mal an seine Leistungsgrenze ging, und Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld/+ 1:21,0) auf Platz 23 sowie Staffel-Olympiasieger Michael Rösch (Altenberg/+ 1:26,0) auf Position 26 solide Ausgangspositionen für das Verfolgungsrennen. Das sah auch Bundestrainer Frank Ullrich so. „Michi hat sich eindrucksvoll zurückgemeldet. Kompliment an Christoph Stephan für das fehlerfreie Schießen und auch Arnd Peiffer hat eine tolle Leistung abgeliefert. Ebs Rösch war solide. Bei den anderen hat's etwas geklemmt“, lautete Ullrichs Fazit.

Alexander Wolf (Oberhof/45.) verpasste die Weltcuppunkte, Andreas Birnbacher (Schleching/77.) muss beim Verfolgungsrennen sogar zuschauen. Nicht ins Ziel kam Toni Lang (Hauzenberg), der nach dem Liegendschießen eine Strafrunde nicht lief und später entnervt ausstieg.

Während Bundestrainer Frank Ullrich vermutlich mit Greis, Stephan, Peiffer, Rösch, Wolf und Birnbacher sein WM-Aufgebot zusammen hat, konnte der erkrankte schwedische Cheftrainer Wolfgang Pichler seine Männer nur am heimischen Fernseher bejubeln. „Ich hoffe, mein Podestplatz und Rang vier von Carl Johan Bergman sind nicht nur ein prima Geschenk für Wolfgang zum heutigen Geburtstag, sondern machen ihn auch schnell gesund“, meinte Ferry.

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