Langlauf-Trainer Hämäläinen verlässt Skiverband

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Deutsche Presse-Agentur

Die Kündigung kam ebenso überraschend wie die sofortige Neubesetzung. Der finnische Langlauf-Trainer Ismo Hämäläinen hat beim Langlauf-Weltcup im norwegischen Trondheim um die vorzeitige Auflösung seines Arbeitsverhältnisses beim Deutschen Skiverband (DSV) gebeten.

Der Finne will aus persönlichen Gründen in seine Heimat zurückzukehren. Der sofort nach Norwegen geeilte DSV-Sportdirektor Thomas Pfüller entsprach der Bitte des Coaches und präsentierte mit dem Oberwiesenthaler Janko Neuber umgehend einen Nachfolger.

„Ismo Hämäläinen hat in den vergangenen drei Jahren einige gute Ideen und konzeptionelle Ansätze entwickelt“, erklärte Pfüller in einer DSV-Pressemitteilung. „Leider war es ihm aber innerhalb unserer deutschen Strukturen nicht möglich, alles wie geplant umzusetzen. Zuletzt konnten wir deshalb bei unseren Weltcup- Athletinnen - von wenigen Ausnahmen abgesehen - keine positive Entwicklung mehr erkennen. Mit Blick auf die anstehende olympische Saison hätten wir also ohnehin etwas an unserem System ändern müssen. Ohne Zweifel ist Hämäläinen aber ein hervorragender Langlauf-Trainer, den wir sehr gerne in unserem Trainerstab behalten hätten“, sagte Pfüller.

Bereits unmittelbar nach Saisonstart war vornehmlich von Bundestrainer Jochen Behle Kritik an den Methoden von Hämäläinen laut geworden, die dann bei den Weltmeisterschaften in Liberec noch einmal erneuert und erhärtet wurden. Behle warf seinem Damen-Coach vor, zu lieb mit den Athletinnen umzugehen und damit nicht die letzten Leistungsreserven aus ihnen herauszukitzeln. Von seinen Athletinnen erhielt der Finne jedoch stets Rückendeckung, was zu einem medialen Konflikt zwischen Behle und Hämäläinen ausgebaut wurde.

Hämäläinen bat die Mannschaft in Trondheim um Verständnis für seine Entscheidung. „Trotz mancher Schwierigkeiten waren es drei spannende Jahre für mich. Und die Arbeit mit den Damen hat mir unglaublich viel Spaß gemacht. In Zukunft möchte ich aber einfach wieder häufiger bei meiner Familie in Finnland sein. Meine Tochter ist jetzt neun Jahre alt, und ich habe durch meinen Beruf nur die Hälfte ihres bisherigen Lebens miterleben können“, sagte der Finne, der danach sofort abreiste und auch beim Weltcup-Finale in Falun nicht mehr bei der Mannschaft sein wird. „Wir sind sehr traurig und hätten es uns schon anders gewünscht. Aber ich kann seine Entscheidung nachvollziehen“, sagte Evi Sachenbacher-Stehle (Reit im Winkl).

Janko Neuber rückt nun in eine verantwortungsvollere Position. „Er hat zunächst einmal die Aufgabe, die vergangenen Jahre zu analysieren, um dann zusammen mit Jochen Behle ein tragfähiges Konzept für die kommenden Herausforderungen zu erstellen“, sagte Pfüller. Analog zu Cuno Schreyl als verantwortlichem Disziplintrainer für die Herren ist Neuber damit trainingsmethodisch für die Weltcup- Damen verantwortlich. Neben seiner neuen Funktion bleibt Neuber weiterhin Heimtrainer von Renè Sommerfeldt und Tom Reichelt in Oberwiesenthal. Cheftrainer Behle und sein neuer Disziplintrainer planen deshalb für die kommenden Lehrgangsmaßnahmen wieder eine engere Kooperation zwischen Damen- und Herren-Team.

Außerdem soll für den Stützpunkt Ruhpolding in den kommenden Wochen ein zusätzlicher, neuer Trainer eingestellt werden. „Damit hätten wir dann alle unsere wichtigen Stützpunkte im Langlauf wieder personell und strukturell gut aufgestellt“, betonte Pfüller.

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