Langläufer disqualifiziert - Böhler Fünfte

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Deutsche Presse-Agentur

Ein seltener Fauxpas hat den deutschen Langläufern Josef Wenzl und Tom Brunner den Weltcup-Auftritt bei der Olympia-Generalprobe im kanadischen Whistler verdorben.

Weil sie vor dem Rennen die Startnummern versehentlich vertauschten, kamen ihre Leistungen in der Doppelverfolgung über 30 Kilometer in beiden Stilarten nicht in die Wertung. Beim Sieg des Italieners Pietro Piller-Cottrer wurden die beiden etatmäßigen Sprinter, die sich auf der langen Distanz gut schlugen, disqualifiziert. Die beiden deutschen Frauen machten es da in der 15-Kilometer-Doppelverfolgung besser. Steffi Böhler (Ibach) kam beim Sieg der Polin Justyna Kowalczyk als Fünfte ins Ziel. Nicole Fessel (Oberstdorf) belegte nur Rang 37.

„So etwas ist zumindest im deutschen Team noch nie vorgekommen“, sagte Bundestrainer Jochen Behle. Er hatte den beiden die Startnummern 35 für Brunner (Girkhausen) und 36 für Wenzl (Zwiesel) auf das Zimmer gelegt. „Die beiden haben sich auch noch die Startliste angesehen. Wahrscheinlich hat Josef entschieden, dass er als besserer der beiden die 35 nimmt“, orakelte Behle. Ihm selbst war die Sache gar nicht aufgefallen. „Beim Einlaufen haben sie die Trainingsjacke drüber, im Wettkampf sind sie fast die ganze Zeit zusammen gelaufen. Und da schaue ich auch nicht auf die Startnummer, ich kenne sie ja“, erzählte der Coach, der erst beim Zieleinlauf von Brunner als 29. stutzig wurde.

„Da sagte der Stadionsprecher stets, Wenzl ist im Ziel. Da habe ich dann geguckt und die Sache erkannt. Ich bin gleich zum Tom und habe ihm das Nummernleibchen ausgezogen. Prinzipiell wäre es dann keinem aufgefallen, nur in der Ergebnisliste wäre Josef als 29. geführt wurden. So aber ist es dann doch rausgekommen und da war mir klar, dass es nur eine Disqualifikation geben kann“, berichtete Behle.

Später konnte er sich über die Leistung von Steffi Böhler freuen. „Das war eine ganz starke Vorstellung. Wir hatten als Marschrichtung Top-Acht ausgegeben. Sie hat von Beginn an dem hohen Tempo standgehalten und im Skating richtig Tempo gemacht“, analysierte Behle, der mit Fessel jedoch nicht zufrieden sein konnte. „Sie ist viel zu schnell angegangen. Das war indiskutabel.“

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