Löw will 2009 Weichen stellen

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Deutsche Presse-Agentur

Die WM-Qualifikation hat für Joachim Löw allerhöchste Priorität, doch der Bundestrainer will 2009 die Weichen nicht nur Richtung Südafrika stellen. „In diesem Jahr haben wir eine ganze Reihe von Zielen und Etappen zu bewältigen“, kündigte Löw an.

Das Brückenjahr ohne sportliches Großereignis für das A-Team dient dem Chefcoach der deutschen Fußball-Nationalmannschaft zu einer gezielten Ausrichtung auf die Aufgaben der Zukunft. Schon vor dem ersten Test gegen Norwegen in Düsseldorf erklärte Löw die U21-EM im Sommer zum Top-Ereignis. Den Nachwuchs heranzuführen und sein eigenes Personal für die WM titelreif zu machen, hat sich der 49-Jährige auf die Fahnen geschrieben.

„Wir wollen auch in diesem Jahr Fortschritte machen und unser Spiel immer weiter verbessern“, sagte Löw. Für seine Ziele muss der Chefcoach aber bewusst Reizpunkte außerhalb der sportlichen Aufgaben setzen. Denn die Namen der kommenden Gegner bis zum vermeintlichen Qualifikations-Showdown im Oktober in Russland sind nicht gerade große Fußball-Kaliber. Liechtenstein, Wales, China, Vereinigte Arabische Emriate, Aserbaidschan und Südafrika gehören alle nicht zu den Fußball-Nationen des deutschen Leistungsanspruchs. Keiner findet sich in den Top 50 der FIFA-Weltrangliste. Ein Fitnesstest im März in Leipzig ist schon fix geplant. Die Asienreise nach Saisonende soll für die dann urlaubsreifen Profis nicht nur Strapaze sein.

Für Löw geht der Fußball-Sommer aber erst nach der Saison so richtig los. Bei der Junioren-EM in Schweden (15.-29. Juni) will er ein schlagkräftiges deutsches Team sehen - und mögliche Kandidaten für sein WM-Projekt beobachten. Praktisch zeitgleich findet der Confederations Cup in Südafrika statt, und auch ohne deutsche Beteiligung wird der WM-Testlauf von Löw und seinem Team intensiv verfolgt werden. Chefscout Urs Siegenthaler und Löw-Assistent Hansi Flick sollen wesentliche Tendenzen im Weltfußball entdecken, Löw selbst will auch in den Kap-Staat reisen, um ein Gefühl für die WM-Bedingungen zu bekommen.

Die auf Hochtouren laufende Quartiersuche ist ebenfalls Chefsache. Spätestens im Juni will der DFB fest buchen. Das bestätigte DFB-Teammanager Oliver Bierhoff der Deutschen Presse-Agentur dpa. „Wir haben noch zwei bis drei Optionen zur Auswahl. Joachim Löw wird sich die Hotels noch anschauen“, sagte Bierhoff. Fest steht bereits, dass der dreimalige Weltmeister bei erfolgreicher Qualifikation in der Provinz Gauteng rund um die Final-Stadt Johannesburg wohnen wird. Optionen in der Nähe Kapstadts an der Süd-West-Küste wurden aus logistischen und klimatischen Gründen verworfen, so Bierhoff.

Alle Pläne laufen beim DFB auf eine direkte Qualifikation in der Gruppe 4 hinaus, für die der erste Platz in der Ausscheidungsrunde erreicht werden muss. Sogar die Gegner für die dann möglichen zwei - je zehn Millionen Euro Einnahmen bringenden - Testspiele im November stehen laut Löw schon fest. Verraten wollte er die Namen der potenziellen Kontrahenten aber noch nicht. Auch Löws eigene Zukunft soll noch im Weichen-Jahr 2009 entschieden werden. Über eine mögliche Verlängerung des 2010 auslaufenden Vertrages will er aber erst nach einer erfolgreichen WM-Qualifiaktion diskutieren. „Vorher bedarf es keiner Gespräche“, sagte Löw kategorisch.

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