Löw bastelt an Wiedergutmachung

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Deutsche Presse-Agentur

Joachim Löw arbeitet intensiv am Wiedergutmachungs-Plan für die kommenden WM-Qualifikationsspiele gegen Liechtenstein und Wales - gerade recht kommt ihm da das Tor- Comeback von Lukas Podolski.

„Wir haben gegen England und Norwegen nicht gut gespielt, das müssen wir korrigieren“, erklärte der Bundestrainer im ZDF-Sportstudio. Löw sieht die deutsche Fußball-Nationalmannschaft auch nach den jüngsten Niederlagen „absolut“ auf einem guten Weg. „In den Spielen, in denen es darauf ankam, haben wir immer gute Leistungen gezeigt“, betonte Löw, der seinen Kader schon fünf Tage vor dem nächsten Spiel am 28. März in Leipzig versammeln wird. Deutschland führt die WM-Ausscheidungs-Gruppe 4 mit zehn Punkten vor Russland und Wales (je 6) an.

Nach seinem Tor-Comeback beim FC Bayern kann auch Podolski wieder mit einer Auswahl-Einladung rechnen, nachdem der Noch-Münchner von Löw zuletzt beim 0:1 gegen Norwegen wegen fehlender Spielpraxis und Fitness-Rückstandes nicht berücksichtigt worden war. Löws ehemaliger Chef Jürgen Klinsmann lobte Podolski nach dem 5:1-Sieg der Bayern gegen Hannover 96: „Lukas war sehr präsent. Ich habe mich für Lukas gefreut, dass er wieder einmal getroffen hat. Tore sind die beste Medizin für Stürmer.“ Die Reaktivierung von Klinsmanns WM-Sturm 2006 mit Miroslav Klose und Podolski bietet auch Löw wieder eine neue alte Alternative: Bei den jüngsten Pleiten gegen Norwegen (0:1) und England (1:2) hatte es nur ein Stürmer-Tor durch Patrick Helmes gegeben.

„Der Treffer gibt mir Schwung, immerhin habe ich seit November nicht mehr richtig gespielt“, kommentierte Podolski selbst sein erstes Erfolgserlebnis nach über vier Monaten. Und auch Sturm-Partner Klose bemerkte erleichtert: „Ich bin froh, dass wir es beide gut umgesetzt haben.“

Löw wird in Leipzig sein Personal seit langer Zeit wieder einem Leistungstest unterziehen, der 2008 wegen eines engen Terminplans gestrichen werden musste. Denn der 49-jährige Chefcoach weiß genau, dass er seine Vorstellungen vom modernen Stil nur mit absolut fitten Spielern umsetzen kann. „Immer wenn wir es geschafft haben, schnell zu spielen und zu kombinieren, gute Laufwege ohne Ball zu machen, waren wir stark. Wie gegen die Russen“, erinnerte Löw an den 2:1-Sieg im WM-Gruppen-Gipfel im vergangenen Herbst.

Eine allgemeine Leistungs-Stagnation seiner Spieler sieht der Bundestrainer nicht und verwies auf die FIFA-Weltrangliste: „Vor der WM 2006 waren wir Nummer 19, nach der WM Nummer 9. Im Moment sind wir Zweiter. Das hat nicht immer eine ganz große Aussagekraft, aber es zeigt schon eine gewisse Tendenz.“ Die Generation um Schweinsteiger, Lahm und Mertesacker, „die 50, 60 Länderspiele haben“, könnte in den nächsten Jahren in die Rolle der absoluten Leistungsträger im DFB- Team hineinwachsen. „Mit 25 kann man noch kein Führungsspieler sein, der die Mannschaft in ganz schwierigen Momenten führt. Das ist eine Sache der Erfahrung. Wir sind auf gutem Weg, diese Spieler können einmal diese Rolle übernehmen“, betonte Löw.

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