RB ist an Bayern dran - Nagelsmann: „Auf Gaspedal bleiben“

Hertha BSC - RB Leipzig
Leipzigs Torschütze Marcel Sabitzer (r) jubelt mit den Mannschaftskameraden Amadou Haidara (l) und Tyler Adams über seinen Treffer zur 1:0-Führung. (Foto: Soeren Stache / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Arne Richter

Die Frage nach der Titelchance entlockte Bayern-Jäger Julian Nagelsmann ein kurzes Lächeln. Die Rolle des Herausforderers der schwächelnden Münchner nahm der Trainer von RB Leipzig nach dem 3:0 (1:0)-Sieg bei Hertha BSC aber gerne an.

„Für uns sollte sprechen, dass wir unsere Spiele gewinnen“, sagte der 33-Jährige nach dem erst im Schlussspurt meisterlich souveränen Auftritt in Berlin. Die Genugtuung, nach dem schmerzhaften 0:2 in der Champions League gegen den FC Liverpool schnell in die Spur gefunden zu haben, war Nagelsmann deutlich anzumerken. „Du musst auf dem Gaspedal bleiben, jetzt kommen viele gute Teams“, blickte der RB-Coach schon voraus.

Mit kleinen Schönheitsfehlern hatte RB zuvor den nächsten Patzer der Bayern genutzt und das Titelrennen wieder richtig spannend gemacht. Ausgerechnet durch einen Kunstschuss von Marcel Sabitzer (28. Minute) und einen Kracher von Nordi Mukiele (71.) - zwei Pechvögel gegen Liverpool - war Leipzig in Führung gegangen. Willi Orban (84.) machte mit seinem Kopfball alles klar. Leipzig verkürzte den Rückstand auf den Rekordmeister aus München am 22. Spieltag der Fußball-Bundesliga auf nur noch zwei Punkte und fühlt sich bereit für den Titelkampf.

„Sehr wichtiger Dreier, aber es war ein harter Kampf. Erste Halbzeit war es ein zähes Spiel, und dann brauchst du halt auch mal so ein Tor“, sagte RB-Kapitän Sabitzer im TV-Sender Sky und forderte mit Blick auf das Duell mit dem Rekordmeister aus München: „Dran bleiben, sonst kann ich Euch nächste Woche was anderes erzählen, und alle lachen uns aus.“

Einen Tag nach dem 1:2 des FC Bayern bei Eintracht Frankfurt benötigten die Leipziger aber zunächst auch ein bisschen Dusel, um gegen die keineswegs chancenlosen Berliner letztlich noch souverän alle drei Punkte zu holen.

Ohne die notwendige Effektivität dürfte Hertha BSC noch lange im Tabellenkeller feststecken. Nun wartet auf den Tabellen-15. der VfL Wolfsburg als nächstes Spitzenteam. „Das Ergebnis ist traurig. Wir sind immer wieder marschiert und haben es versucht“, sagte Hertha-Trainer Pal Dardai. „Wir müssen einfach ruhig bleiben, keine Panik“, forderte der Ungar.

Ohne den künftigen Münchner Dayot Upamecano in der Abwehrzentrale trat RB an. Insgesamt reagierte Nagelsmann auf die Enttäuschung gegen Liverpool gleich mit vier Wechseln. Im Sturm durfte neben Yussuf Poulsen erstmals Hee-chan Hwang von Beginn an in der Bundesliga ran. Nach vier Minuten entwischte der Südkoreaner nach einem Stellungsfehler Herthas Startelf-Debütanten Marton Dardai, scheiterte aber am glänzend reagierenden Schlussmann Rune Jarstein.

Die Hertha übernahm im neuen 3-4-2-1-Konzept sogar die Initiative und hatte gute Chancen zur Führung. Krzysztof Piatek (17.), Dodi Lukebakio und Matheus Cunha (26.) nutzen sie nicht. Der Schock kam wenig später. Sabitzer schoss den Ball mit unglaublicher Flugbahn in hohem Bogen hinter den verblüfften Jarstein ins Tor.

Die Berliner gaben sich nicht auf und hatten gleich nach der Pause eine Doppelchance zum Ausgleich. Lukebakio (50.) und Matheus Cunha (51.) vergaben aber frei vor RB-Torwart Peter Gulasci. Auch Mukiele machte dann seinen Königsklassen-Fauxpas wieder gut und drosch den Ball ins kurze Eck. Nun hatte die Hertha keine Energie mehr für eine Aufholjagd und kassierte sogar noch den dritten Gegentreffer.

© dpa-infocom, dpa:210221-99-534198/4

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