KSC im Abstiegskampf kaum noch zu retten

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Deutsche Presse-Agentur

Torlos, ratlos, mutlos: Die Tage des Karlsruher SC in der Fußball-Bundesliga scheinen gezählt. Nach dem 0:1 (0:0)-Tiefschlag gegen Arminia Bielefeld hat der Tabellenletzte den Glauben an den Klassenverbleib verloren.

„Wir sind alle am Boden zerstört. Wenn man die Tabelle anschaut, sieht es düster aus. Es ist jetzt nahezu unmöglich“, gestand KSC-Coach Edmund Becker tieftraurig. Seit 450 Minuten ohne Tor, seit fünf Spielen ohne Sieg, schon fünf Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz - für die Badener ist der fünfte Absturz in die Zweitklassigkeit beinahe zur Gewissheit geworden. „Es ist eine Leere da“, verriet Manager Rolf Dohmen. „Wir sind platt, kaputt, enttäuscht.“

In einem Sonder-Trainingslager hatten sich die Karlsruher auf die zum „Abstiegs-Endspiel“ erklärte Begegnung eingeschworen - vergebens. Alle Statistiken sprachen nach der Partie vor 24 621 Zuschauern im Wildparkstadion für die Hausherren, nur das Tor hatten die Gäste erzielt. Der Kopfball von Joker Zlatko Janjic nach Markus Schulers Freistoß traf den KSC in der 86. Minute mitten ins Herz. „Das war ein schmutziger Sieg, wie man ihn im Abstiegskampf auch mal braucht“, befand der starke Arminia-Keeper Dennis Eilhoff. „Wir haben es selbst verbockt“, sagte KSC-Mittelfeldspieler Michael Mutzel.

Mit ihrer klaren Überlegenheit gegen harmlose Bielefelder und einem halben Dutzend guter Chancen wussten die verunsicherten Gastgeber wieder einmal nichts anzufangen. „Das zieht sich wie eine Seuche durch die Rückrunde“, stellte Coach Becker fest. Seit dem Jahreswechsel hat sein Team in nur einer von sieben Partien getroffen, beim 3:2 gegen den Hamburger SV Anfang Februar. „Uns ist die Geilheit vor dem Tor abhandengekommen“, meinte Kapitän Christian Eichner. „Es wird immer schwieriger, diese Nackenschläge zu verarbeiten“, räumte der 26-Jährige ein.

Auch das schwere Restprogramm spricht gegen die Badener. Dem Gastspiel bei Rekordmeister Bayern München am kommenden Samstag folgen bis Saisonende unter anderem noch Auftritte auf Schalke, gegen Hoffenheim, Leverkusen, Bremen und Hertha BSC. So wirkten die Durchhalteparolen der Karlsruher am Wochenende auch eher matt. „Uns bleibt nur die Hoffnung und der Glaube“, sagte Antonio da Silva. „Wir werden die Mannschaft bis zum letzten Atemzug nach vorn treiben, um doch noch das Unmögliche zu schaffen“, versprach Dohmen.

Ein wenig durchatmen durfte die Arminia. Nach zuvor fünf Spielen ohne Sieg verschaffte der erste Bundesliga-Erfolg in Karlsruhe den Bielefeldern etwas Luft im Abstiegsrennen. „Ein perfekter Tag. Ein besseres Gefühl gibt es nicht für einen Fußballer“, schwärmte Torschütze Janjic, dessen späte Einwechslung sich für Trainer Michael Frontzeck als Glücksgriff erwies. Einziger Schönheitsfleck war die Gelb-Rote Karte für Chris Katongo wegen Spielverzögerung in der Schlussminute. „Wir haben auswärts auch schon besser Fußball gespielt und nicht gewonnen. Deshalb bin ich weit davon entfernt, mich für den Sieg zu entschuldigen“, erklärte Frontzeck.

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