Krupp vor Finale: „Wieder etwas aufgebaut“ in Berlin

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Eisbären-Coach
Trainer Uwe Krupp rechnet sich im DEL-Finale mit seinem Team gute Chancen gegen die Münchner aus. (Foto: Daniel Darmann / DPA)
Jan Schröder

Der erste Finaleinzug mit den Eisbären Berlin soll für Uwe Krupp nur der vorläufige Höhepunkt seiner Zeit beim Ex-Champion sein. Gegen den übermächtig erscheinenden Meister EHC Red Bull München will der frühere Bundestrainer die Krönung und rechnet sich durchaus Chancen aus.

„Es gibt Sachen, die die Münchener sehr gut machen. Sie haben aber auch Schwachstellen“, sagte Krupp nach dem entscheidenden 3:2-Halbfinalsieg bei den Nürnberg Ice Tigers.

Zuversichtlich macht ihn, wie konstant sich die Eisbären diese Saison präsentieren: „Vom ersten Wochenende an haben wir gut gespielt und die Ziele, die sich die Mannschaft gesetzt hat, bis zum Ende verfolgt.“

Krupp führte den siebenmaligen DEL-Meister in dessen erstes Finale in der Deutschen Eishockey Liga seit 2013 - und lobte hinterher nicht nur die eigenen Spieler: „Werbung für das Eishockey“ sei die „Superserie“ gewesen, die seine Mannschaft mit 4:2 gewonnen hatte. Für den 52 Jahre alten Kölner war der Finaleinzug auch Anlass, auf seine dreieinhalb Jahre in Berlin zurückzublicken: „Wir haben uns hier in den letzten Jahren wieder etwas aufgebaut“, sagte er.

Tatsächlich bedeutete es für beide Seiten einen Neuanfang, als der frühere Nationaltrainer im Dezember 2014 als Headcoach vorgestellt wurde. Krupp war kurz zuvor bei den Kölner Haien entlassen worden, mit denen er zwei Mal im DEL-Finale gescheitert war. Die Eisbären hatten den Abgang von Meistertrainer Don Jackson, der sich nach dem siebten und bislang letzten Titel 2013 verabschiedet hatte, noch immer nicht verkraftet. Unter seinem glücklosen Nachfolger Jeff Tomlinson waren sie im folgenden Jahr bereits in den Pre-Playoffs ausgeschieden, einige Monate später musste der Deutsch-Kanadier gehen.

Krupp konnte die Spielzeit nicht mehr retten: Im Frühjahr 2015 scheiterten die Eisbären erneut in der Playoff-Qualifikation. Verbesserungen stellten sich erst in der nächsten Saison ein, in der das Team die Hauptrunde auf Platz zwei abschloss. Es folgte ein bitterer Rückschlag: Die Viertelfinalserie gegen Krupps früheren Verein endete mit 3:4. Für den Trainer ist es bis heute die größte Enttäuschung seiner Zeit in Berlin: „Nicht weil es gegen Köln war, sondern weil wir einfach eine gute Mannschaft hatten“, sagte er.

Im vergangenen Jahr folgte der nächste Schritt: Obwohl die Eisbären lange großes Verletzungspech hatten, schafften sie es nach einer denkwürdigen Viertelfinalserie gegen den Erzrivalen Adler Mannheim unter die letzten Vier. Gegen München, mit dem der frühere Eisbären-Coach Jackson kurz darauf seinen siebten DEL-Titel als Cheftrainer feiern konnte, war aber im Halbfinale Endstation.

Nun treffen die Berliner im Finale wieder auf Jacksons Team. Und wollen sich wie schon 2005/06, als die Eisbären die vom Amerikaner trainierten DEG Metro Stars bezwangen, durchsetzen. „Jetzt geht der Kampf von vorne los, das wird nicht einfach“, sagte Verteidiger Frank Hördler nach dem Halbfinale.

Mut macht dabei auch Krupps positive persönliche Zwischenbilanz: „Man sieht gut aus, wenn es eine Verbesserung in der Endleistung der Mannschaft gibt“, sagte er. „Aber es waren vier ganz verschiedene Jahre aufgrund der Spieler, die wir hatten. Irgendwie war am Ende aber auch immer alles gut.“

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