Kriselndes Real darf aufatmen - Trainerfrage bleibt offen

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Deutsche Presse-Agentur
Carola Frentzen

Die Erleichterung bei Real Madrid nach dem verwandelten Foulelfmeter von Kapitän Sergio Ramos war weit über das Bernabeu-Stadion hinaus spürbar.

Mit dem 2:0 (0:0) gegen Real Valladolid hat der kriselnde spanische Rekordmeister nach zuvor fünf sieglosen Liga-Spielen endlich wieder einen Sieg in der Primera División eingefahren - wenn auch erst in der Schlussphase und mit viel Glück, wie selbst Interimscoach Santiago Solari einräumte.

„Es war ein hart erkämpfter Sieg gegen einen schweren Gegner, mit vielen Gegenangriffen“, sagte der Argentinier, der die Königlichen seit dem Rauswurf von Julen Lopetegui coacht. „Das Team hat fantastisch gespielt, es hat Geduld und Ausdauer bewiesen und sich nicht durcheinanderbringen lassen“, lobte Solari.

Spanische Kommentatoren feierten trotz des späten 2:0 durch Ramos (88.) vor allem den jungen Real-Stürmer Vinícius Júnior, der sein Team nach einem knallharten und am gegnerischen Verteidiger Kiko Olivas abgeprallten Schuss in der 83. Minute in Führung gebracht hatte. „Es mag ein Eigentor gewesen sein, aber es wurde wie ein Tor von Vinícius gefeiert. Der Brasilianer steht für Freude, Dreistigkeit und Schnelligkeit“, jubelte das Sportblatt „Marca“.

Kurz gesagt: Der 18-Jährige steht für das, was das strauchelnde Team in einer seiner schwächsten Spielzeiten gerade so dringend braucht. Vinícius selbst blieb cool: „Ich habe einfach bis drei gezählt und dann hart geschossen.“

Mit dem Erfolg hält das Team um Toni Kroos zumindest den Kontakt zur Spitzengruppe. Bereits am Mittwoch hatte Real in der ersten Partie unter Solaris Führung souverän mit 4:0 in der Copa del Rey gegen den Drittligisten UD Melilla gewonnen. Ob der 42-jährige Ex-Real-Profi eine Chance bekommt, die Mannschaft nun langfristig zu betreuen, ist weiter unklar. Es gilt aber als wahrscheinlich, dass Club-Boss Florentino Pérez sich für einen erfahreneren Cheftrainer entscheiden wird.

Weniger Sorgen hat Meister FC Barcelona. Der Titelverteidiger mit dem Deutschen Marc-André ter Stegen im Tor bleibt nach einem späten Sieg Tabellenführer. Die Katalanen setzten sich nach einem 1:2-Rückstand am Samstagabend noch mit 3:2 (1:1) bei Außenseiter Rayo Vallecano durch - weiter ohne Superstar Lionel Messi, der sich im Oktober im Spiel gegen Sevilla die Speiche im rechten Arm gebrochen hatte.

Für Barça erzielten Luis Suárez mit einem Doppelpack (11./90. Minute) und der Ex-Dortmunder Ousmane Dembélé (87.) die Tore. Kritik hagelte es hingegen für Dembélé. Die Partei des Jungstars sei von Ballverlusten und Fehlpässen geprägt gewesen, monierte „Marca“ und schrieb: „Nur das Tor hat ihm den Abend gerettet.“

Aussagen Solari

Bericht Marca

FC Barcelona zu Suárez

Marca zu Dembélé

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