Kommentar: VfB Stuttgart betreibt glatten Selbstbetrug

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 Felix Alex
Felix Alex (Foto: ho)

Es ist ganz simpel: Sollten die VfB-Verantwortlichen wirklich daran glauben, was sie jedes Wochenende so aussprechen, dann praktizieren sie beim VfB Stuttgart durchweg Selbstbetrug. Seit Wochen, gar Monaten pickt man sich irgendeine halbordentliche Phase im Spiel heraus, um nach dem nächsten ernüchternden Ergebnis festzustellen: „Da müssen wir jetzt anknüpfen.“ Nur passiert das im Folgespiel leider nie. Torhüter Ron-Robert Zieler wollte der Mannschaft nach dem 1:1 gegen den Vorletzten Nürnberg sogar Moral und Kampfgeist attestieren. Vielleicht hatte er seine Kollegen mit den Nürnbergern verwechselt? Die „Club“-Kicker waren es im Abstiegsduell, die keinen Ball verloren gaben und hart in die Zweikämpfe gingen. Trotz einer beinahe ausweglosen Tabellensituation stemmen sie sich selbstbewusst gegen den Abstieg. Daran hapert es beim VfB. Trainer Markus Weinzierl klammert sich an die Hoffnung auf das eine „Erfolgserlebnis“, das dann den Bock umstoßen soll. Handeln aber ist besser als hoffen. Und regelmäßig zu punkten – besser noch dreifach als einfach und am besten nicht nur in den selbst erklärten „Muss-Spielen“ – schafft eine Aufbruchstimmung, mit der man auch als Favorit in eine Relegation gegen einen euphorisierten Zweitligisten gehen kann. Doch dafür wären knallharte Ehrlichkeit in der Analyse statt Durchhalteparolen notwendig.

f.alex@schwaebische.de

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