Knapp 40 Ausfälle zum Start der Rückrunde

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Deutsche Presse-Agentur

Sturmprobleme beim Spitzenreiter aus Hoffenheim, Abwehrsorgen beim Kellerkind aus Cottbus - vor dem Rückrunden-Start klagen diverse Clubs über Personalnöte.

Anders als bei Jürgen Klinsmann, der beim FC Bayern München sowohl im Pokal-Achtelfinale als auch am 18. Bundesliga-Spieltag fast aus dem Vollen schöpfen kann, ist bei seinen Trainer-Kollegen Improvisationstalent gefragt. Wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa ergab, fallen zum Jahresbeginn knapp 40 Profis aus.

Prominentestes „Opfer“ der Vorbereitung ist Vedad Ibisevic. Nach der Knieverletzung des mit 18 Toren besten Hinrunden-Schützen läuft beim Herbstmeister die Suche nach Ersatz auf Hochtouren. Zumal zum Rückrundenauftakt gegen Cottbus neben Ibisevic auch der angeschlagene Chinedu Obasi und der gesperrte Carlos Eduardo fehlen. Trainer Ralf Rangnick denkt deshalb über einen Systemwechsel nach: „Es wäre geradezu naiv zu glauben, dass die Mannschaft weiter so im Angriff zaubern kann. Vielmehr wollen wir anstreben, nicht mehr den beste Angriff, sondern die beste Abwehr zu stellen.“

Eine hohe Ausfallquote vermelden die Clubs aus Bremen, Hannover, Dortmund, Berlin und Cottbus. So muss Werder die geplante Aufholjagd ohne Daniel Jensen, Sebastian Prödel, Aaron Hunt, Martin Harnik und womöglich ohne Naldo beginnen. Die Bundesliga-Sperren von Diego und Claudio Pizarro vergrößern die Sorgen von Trainer Thomas Schaaf.

Von einer Wunschformation kann auch bei Jürgen Klopp nicht die Rede sein. Profis wie Mats Hummels, Leonardo Dede, Sebastian Kehl und Jakub Blaszczykowski sind beim BVB-Coach normalerweise erste Wahl. Dennoch sinnt Klopp sowohl im Pokalspiel gegen Bremen (Mittwoch) als auch im Punkt-Duell mit Leverkusen (Samstag) auf optimale Beute: „Ich mache keine Abstriche, nur weil uns vier wichtige Leute fehlen.“

Beim Tabellen-16. Energie Cottbus geht vor der Pokal-Partie gegen Leverkusen (Mittwoch) die Defensive am Stock. Mit Mariusz Kukielka und Cagdas Atan sind beide etatmäßigen Innenverteidiger verletzt. Vor allem der Ausfall von Kukielka, der sich im Testspiel gegen Chemnitz einen Teilanriss des Innenbandes zuzog, bereitet Manager Steffen Heidrich großes Kopfzerbrechen: „Das ist ganz bitter, ein Schock.“

Andere Clubs aus dem Tabellenkeller haben die Vorbereitung dagegen weitgehend schadlos überstanden. Sowohl die Bochumer als auch die Bielefelder können voraussichtlich in Bestbesetzung auflaufen. Und beim Schlusslicht Borussia Mönchengladbach sind die Ausfälle von Thomas Kleine und Jean-Sebastian Jaures zu verschmerzen. Der Karlsruher SC plant zwar ohne Kapitän Maik Franz, konnte aber bei anderen angeschlagenen Profis Entwarnung geben.

Mit reichlich Selbstvertrauen und wenig Personalsorgen geht der FC Bayern ins Meisterrennen. Bis auf Toni Kroos und Lukas Podolski, der sich noch immer im Aufbautraining befindet, melden sich alle Profis einsatzbereit. „Glück und Zufall ist das nicht. Wir haben exzellente Leute im Fitness- und Physiobereich und arbeiten vorbeugend“, sagte Bayern-Coach Klinsmann.

Weiter gedulden muss sich Bernd Schneider. Der Routinier aus Leverkusen ist zwar nach seinem Bandscheibenvorfall wieder beschwerdefrei, soll aber nur langsam an den Bundesliga-Alltag herangeführt werden. Bayer-Manager Rudi Völler will nichts überstürzen: „Möglicherweise wird er erst in der nächsten Saison der wichtige Spieler, wenn wir vielleicht wieder international spielen.“

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