Klinsmann: Torwart-Debatte wie 2006 kein Problem

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Jürgen Klinsmann
Versucht die positiven Aspekte der Torhüter-Konkurrenz zu betonen: Jürgen Klinsmann, ehemaliger Nationalspieler. (Foto: Robert Michael/zb/dpa / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Jürgen Klinsmann erinnert die Torwartdebatte um Manuel Neuer und Marc-André ter Stegen durchaus an die Situation vor der WM 2006 mit dem Zweikampf zwischen Jens Lehmann und Oliver Kahn.

Der ehemalige Bundestrainer warnt aber vor einer Dramatisierung der Situation. „Wir versuchen gerne in unserer Kultur ein Problem daraus zu machen. Ich sehe das nicht als Problem, sondern als Vorteil, den wir haben. Das habe ich auch damals, 2006, immer wieder und wieder wiederholt, wie eine Schallplatte, dass Jens Lehmann und Oliver Kahn zwei absolute Ausnahme- und Weltklassetorhüter sind“, sagte Klinsmann in einer Video-Pressekonferenz des DFB vor dem All-Stars-Spiel ehemaliger deutscher Fußball-Größen kommenden Montag gegen Italien.

Seinem Bundestrainer-Nachfolger Joachim Löw empfahl er, in den Zweikampf der Torhüter um die Nummer eins der Nationalmannschaft nicht einzugreifen. „Ich finde das gar nicht schlecht, dass jeder seine Position einnimmt und Marc sagt, „Ich will um jeden Preis spielen, ich spiele beim FC Barcelona“. Und der Manuel sagt, „Ich bin die Nummer eins“. Dass man denen die Freiheit gibt, das zu sagen, das finde ich vollkommen in Ordnung. Ich denke, das lässt man einfach laufen. Du hast zwei Ausnahmetorhüter, und mit denen gehst du Richtung EM“, sagte Klinsmann.

In den vergangenen Wochen hatte es nach Äußerungen von Herausforderer ter Stegen und Stammkraft Neuer heftige Debatten gegeben, maßgeblich befeuert von deftigen Aussagen von Bayern-Präsident Uli Hoeneß.

Die deutsche Mannschaft zählt für Klinsmann bei der EM wegen der Spielerqualität und der Fußball-Historie automatisch zu den fünf Favoriten auf den Titel, trotz des schwierigen Neuaufbaus nach dem WM-Aus. Eine konkrete Beurteilung des Leistungsniveaus sei aber erst bei dem Turnier im kommenden Sommer möglich. „Es ist schwer in der Qualifikationsphase einzuschätzen, wo man steht. Den Gradmesser bekommen wir erst im Turnier“, sagte Klinsmann.

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