Klinsmann besänftigt Toni: „Nettes Gespräch“

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Deutsche Presse-Agentur

Jürgen Klinsmann freut sich auf seine erste Rückkehr als Fußball-Trainer nach Berlin seit dem „WM-Sommermärchen“ 2006 - die deutsche Hauptstadt will er aber auf keinen Fall ohne Punkte wieder verlassen.

Im Top-Spiel der Bundesliga will Klinsmann mit dem FC Bayern München beim unmittelbaren Verfolger Hertha BSC gewinnen: „Das ist wieder ein Schlüsselspiel. Wir müssen unsere Hausaufgaben machen, wir müssen unseren Job besser machen als in Hamburg“, sagte der Coach des deutschen Meisters in unguter Erinnerung an die 0:1-Niederlage beim letzten Auswärtsspiel gegen den Hamburger SV.

Besonders heiß dürfte im ausverkauften Olympiastadion Luca Toni zu Werke gehen. Der italienische Weltmeister war von Klinsmann beim 3:1-Sieg gegen Borussia Dortmund ausgewechselt worden - und entsprechend sauer gewesen. Er habe mit Toni gleich nach der Rückkehr des Angreifers von der 0:2-Niederlage Italiens gegen Brasilien „ein nettes Gespräch“ geführt, berichtete der Bayern-Coach: „Der Frust, den Luca hatte, als er beim Stand von 1:1 vom Platz musste, ist normal“, bemerkte Klinsmann. Der Coach hofft, dass in Berlin die Konzentration bei der Chancenverwertung nicht nur bei Toni besser sein wird als zuletzt: „Entscheidend ist, was sich im Kopf abspielt.“

Klinsmann bereitet die Bayern-Profis auf einen hochmotivierten Gegner, eine „Pokal-Endspiel-Kulisse“ und eine Hertha mit dem angeschlagenen Torjäger Marko Pantelic ein. „Wir gehen davon aus, dass Pantelic spielt. Marko ist einer, der für den Gegner immer schwer ausrechenbar ist. Er beschäftigt eine Abwehr auch gedanklich. Wir haben Respekt, aber uns ist nicht bange vor dem Kerl“, sagte Klinsmann, der selbst nur auf den gesperrten Massimo Oddo verzichten muss. Für den Italiener verteidigt erneut Christian Lell rechts. Und für Lell ist es unerheblich, wer bei der Hertha im Sturm aufläuft: „Es ist wurscht, ob da ein Pantelic spielt oder ein Woronin. Wir brauchen die drei Punkte“, sagte Lell.

Klinsmann gab vor der Abreise nach Berlin eine Liebeserklärung an die deutsche Hauptstadt ab. „Ich bin immer gerne in Berlin. Es ist eine impulsive, lebendige Stadt. Nach der Wiedervereinigung ist Berlin das Aushängeschild unseres Landes.“ Als Bundestrainer hatte er gegen alle Widerstände den Wechsel des WM-Quartiers von Leverkusen nach Berlin durchgesetzt. „Ich musste den Kopf hinhalten für die Änderung“, sagte er am Freitag rückblickend. Es habe sich aber gelohnt: „Wir haben in Berlin schöne WM-Erlebnisse gehabt.“

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