„Kleine“ haben in der Formel 1 große Träume

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Deutsche Presse-Agentur

Da war der spanische Fernsehreporter ganz baff. Auf seine Frage, wer denn der Titel-Favorit der neuen Formel-1-Saison sei, hatte Timo Glock eben doch glatt „Ich“ geantwortet. So ganz ernst meinte es der 26-Jährige aus Hessen zwar wohl nicht.

Doch unter den Top Five will er auf jeden Fall sein. In Portimão, im Süden Portugals, sammeln einige Rennställe bei den Tests in dieser Woche erste Erkenntnisse mit ihren Autos des Jahrgangs 2009 - darunter das Weltmeister-Team von McLaren-Mercedes mit Champion Lewis Hamilton, Renault, Williams, Toro Rosso und eben auch Toyota. Bei den Piloten und Ingenieuren der bisher weniger erfolgreichen Teams ist die Hoffnung zu spüren, dass das neue Reglement die Hierarchie der „Königsklasse“ durcheinanderwirbeln könnte. Auch Glocks Team-Kollege Jarno Trulli macht sich Mut: „Für uns beide und das Team ist es besonders wichtig, um die Top-Position kämpfen zu können.“ Die Kleinen haben große Träume.

Glock, im Vorjahr WM-Zehnter, ist überzeugt, dass die anderen Teams in diesem Jahr die Top-Rennställe McLaren-Mercedes, Ferrari und BMW-Sauber häufiger mal hinter sich lassen können. Auch der junge Brasilianer Nelson Piquet jr. (22) von Renault, der wie Glock seine zweite volle Saison fährt, sieht neue Chancen. „Das wird eine sehr interessante Saison. Es gibt unheimlich viele Wechsel: Neue Reifen, neue Aerodynamik, das KERS-System. Wer am Anfang hart arbeitet und sich schneller gewöhnt, wird auf jeden Fall Vorteile haben.“ Die neuen Autos seien fragiler und es werde, so glaubt zumindest der Sohn des gleichnamigen dreifachen Weltmeisters Nelson Piquet, schon beim ersten Rennen Ende März in Australien viele Ausfälle geben.

Piquets Teamkollege Fernando Alonso aus Spanien hatte gesagt, dass in der neuen Saison „alles möglich“ sei. Prompt wurde der zweimalige Champion am Mittwoch bei seinem ersten Test des Jahres Letzter. Optimist Glock erlebte unterdessen bei seinem ersten Einsatz eine Schrecksekunde. Sein TF109 blieb durch ein Problem mit dem Ölschlauch auf der Piste stehen und der Motor fing Feuer - Zwangspause für Glock, der erst nach mehreren Stunden und der Reparatur am Heck seines Boliden wieder ins Geschehen eingreifen durfte. Dennoch lobte er sein neues Fahrzeug. „Mein erster Eindruck vom Wagen ist sehr gut. Ich bin glücklich damit.“

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