Kircheisen peilt ersten WM-Titel an

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Deutsche Presse-Agentur

Die Ungewissheit um die Form von Ronny Ackermann könnte die Chance von Björn Kircheisen werden. Der Johanngeorgenstädter geht bei der Massenstart-WM-Premiere der Nordischen Kombination in Liberec als einer der großen Favoriten ins Rennen.

Gelingen dem starken Läufer zwei konstante Sprünge wie bei der WM-Generalprobe in Val di Fiemme im Januar, ist erneutes Edelmetall möglich. Bei den vier Liberec-Wettbewerben peilt er zumindest einmal den Sprung auf das höchste Treppchen an.

Denn der seit Jahren als Ackermanns Kronprinz gehandelte Sachse hat mittlerweile den Ruf als „ewiger Zweiter“ erworben. Obwohl immer zu den Top-Favoriten gehörend, musste er stets anderen den Vortritt lassen. Zumeist seinem Leitwolf Ackermann, aber auch dem nicht mehr aktiven Finnen Hannu Manninen, oder mit der Staffel den Teams von Österreich und Finnland. Und so vorgewarnt stapelt Kircheisen ob seiner Ziele tief. „Ich habe keine großen Erwartungen an die WM. Natürlich will man eine Medaille, wenn es in einer Saison gut läuft. Aber da müssen viele Faktoren stimmen“, sagt „Kirche“.

Das Hauptaugenmerk legt er auf die Staffel. „Da sind wir wohl favorisiert. Und wir wollen dort erstmals seit 1998 wieder gewinnen, wir sind dran“, betont der 25-Jährige. Die Vorleistungen stimmen dafür optimistisch. „Wir sind eine sehr gute, ausgeglichene Mannschaft. Das haben wir bei unserem Weltcup-Erfolg in Schonach gezeigt. Und dort haben wir ohne Ronny Ackermann gewonnen“, sagt der Polizeimeisteranwärter.

An Liberec hat Kircheisen gute Erinnerungen. „Hier habe ich als 16-Jähriger meine Weltcup-Premiere gefeiert und bin gleich 14. geworden. Die kleine Schanze kannte ich aber bis zum Montag und den ersten Trainingssprüngen noch nicht“, erzählt Kircheisen. Das Wetter und die damit verbundenen fehlenden Trainingseinheiten auf dem kleinen Bakken passen ihm und Bundestrainer Hermann Weinbuch aber nicht so recht. „Er braucht noch ein paar Sprünge, um Stabilität zu bekommen. Im Lauf ist er sehr stabil“, meint der Coach, der auch den vergangenen Sonntag als nicht förderlich für das Selbstvertrauen des Sachsen ansieht. „Da wurde sein Sprung beim Weltcup in Klingenthal vom Winde verweht. Auch wenn man ihm das immer wieder sagt, ein kleiner Selbstzweifel bleibt immer, ob man nicht hätte doch etwas ändern können“, bemerkt Weinbuch.

Kircheisen selbst gibt sich locker. „Ich weiß, was ich kann, auch wenn die 20 Wettkämpfe in diesem Winter schon etwas geschlaucht haben. Ich bin froh, dass es nun endlich losgeht und hoffe, dass alles passt“, sagt der 1,87 Meter große Schlacks. Eine Sorge treibt ihn dennoch um: „Ich hoffe, dass die Langfinger wegbleiben.“ Im vergangenen Jahr hatten Einbrecher bei der WM-Generalprobe in Liberec die Skispringer heimgesucht.

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