Kircheisen holt in Whistler zwei Podestplätze

Lesedauer: 4 Min
Deutsche Presse-Agentur

Björn Kircheisen freut sich nach zwei Podestplätzen in Whistler schon jetzt auf die Winterspiele 2010. Der Johanngeorgenstädter kam bei den Testwettbewerben der nordischen Kombinierer auf den Olympia-Anlagen auf die Ränge zwei und drei und zeigte sich begeistert.

„Die Schanze liegt mir und auch die Laufstrecke ist ganz nach meinem Geschmack“, sagte Kircheisen, nachdem er an beiden Tagen glänzende Wettbewerbe abgeliefert hatte. Die Siege gingen an seine härtesten Kontrahenten auf den Laufstrecken, Bill Demong (USA) und Magnus Moan (Norwegen).

Auf dem Olympia-Bakken hatte Kircheisen solide Weiten abgeliefert, wenngleich Sprung-Trainer Andreas Bauer, der in Kanada in Vertretung von Bundestrainer Hermann Weinbuch die Verantwortung für das Team trug, noch Steigerungsmöglichkeiten erkannt hatte. „Zwei, drei Meter hat er noch locker drin. Da gilt es noch etwas im Vorfeld der Spiele zu arbeiten“, sagte der Coach.

In der 10-Kilometer-Loipe war „Kirche“ erstklassig. Im ersten Wettkampf rollte er das Feld von hinten auf, spannte sich als Lokomotive vor das Verfolgerfeld und wurde mit Platz drei für die unermüdliche Führungsarbeit trotz Müdigkeit wegen der Zeitumstellung belohnt. Tags darauf ließ er es im spannendsten Kombinations-Lauf der vergangenen Jahre etwas ruhiger angehen. Zunächst schloss er ein Loch von acht Sekunden zu Demong und Moan, um dann in deren Windschatten ein hohes Tempo mitzugehen.

„Wenn auf der Zielgeraden die drei stärksten Läufer des Feldes gegeneinander sprinten, zählt nur noch die Tagesform. Und da war Moan eben 0,4 Sekunden besser“, sagte Bauer, der sich auch Stunden nach dem Wettbewerb nicht an etwas Vergleichbares erinnern konnte. „Das war Werbung für die Kombination“, betonte der Trainer.

Angesichts der Tatsache, dass mit Ronny Ackermann (Dermbach), Eric Frenzel (Oberwiesenthal) und Georg Hettich (Schonach-Rohrhardsberg) drei Weltklasse-Kombinierer nicht mit in Kanada waren und dafür in Predazzo für die WM im Februar trainierten, war das Abschneiden der deutschen Winter-Zweikämpfer überaus erfolgreich. Tino Edelmann belegte die Ränge sechs und sieben, sein Zella-Mehliser Clubkollege Sebastian Haseney die Plätze neun und zehn. „Im Hinblick auf die WM haben wir eine kompakte und ausgeglichene Mannschaft. Das gibt Hoffnung“, sagte Bauer.

Auch seine Erkenntnisse ein Jahr vor den Winterspielen bezeichnete der Trainer als enorm wichtig. „Die Schanze hat einen flachen Tisch, das verlangt viel Spannung und Tempo beim Absprung“, analysierte er. Deshalb werde das Team in Trainingslagern vor der nächsten Saison gezielt ähnliche Schanzen nutzen. „Da haben wir solche in Klingenthal und Oberstdorf, auch Lillehammer bietet sich an“, sagte Bauer. Die Laufstrecke bezeichnete er als nicht so schwer wie die von Turin 2006. „Aber auf diesem kupierten Gelände muss man ständig arbeiten und schon deshalb ist die Strecke sehr anspruchsvoll“, betonte der Trainer.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen