Kim Weltmeisterin - Dytrt auf Rang 18

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Deutsche Presse-Agentur

Als die Koreanerin Yu-Na Kim nach einem Sprungfestival mit Weltrekord noch Ehrenrunden im Staples Center von Los Angeles drehte, war die frustrierte Annette Dytrt schon auf dem Weg zum Abschluss-Dinner des deutschen Teams am Santa Monica-Beach.

Die talentierte Oberstdorferin blamierte sich mit Platz 18 und gab die Schuld einem entzündeten Zeh. Sogar um das Minimalziel Olympia-Startplatz musste die Deutsche Eislauf-Union (DEU) bis Wettkampfende zittern.

Im Gegensatz zu Kim, die in ihrer flüssigen Kür zu „Scheherazade“- Klängen des russischen Komponisten Rimski-Korsakow unter anderem mit einer dreifach-Flip/dreifach-Toeloop-Kombination glänzte, bot Dytrt nur Magerkost und erhielt lediglich 131,15 Punkte. Gleich beim Eingangselement, dem dreifachen Flip, landete die 25-Jährige auf dem Hosenboden. Mehrere Sprünge drehte sie nur doppelt statt dreifach. „Ich hatte kein Gefühl in dem Fuß, mit dem ich lande“, sagte Dytrt, die zwei schmerzstillende Spritzen in ihren Zeh bekommen hatte. „Eigentlich ist sie eine Weltklasse-Läuferin“, sagte DEU-Vizepräsidentin Elke Treitz achselzuckend.

Zur aktuellen Weltklasse mit der außergewöhnlichen Kim klafft aber eine Riesenlücke. Die 18-Jährige wurde von 18 000 Zuschauern frenetisch gefeiert und mit 207,71 Punkten belohnt. Die alte Bestmarke der Titelverteidigerin Mao Asada hatte bei 199,52 Zählern gelegen, die gleichaltrige Rivalin aus Japan wurde Vierte. Silber ging an die Kanadierin Joannie Rochette vor Miki Ando aus Japan. „Ich wollte den letzten wichtigen Wettkampf vor Olympia gewinnen“, sagte Kim, die als hohe Favoritin in elf Monaten nach Vancouver reisen wird. In Turin 2006 durfte sie nicht antreten, weil sie zu jung war.

Die instabile Dytrt wird ebenso wie die zweimaligen Weltmeister Aljona Savchenko/Robin Szolkowy (Chemnitz) und die Dortmunder Eistanz-Geschwister Carolina und Daniel Hermann (17.) ins Top Team für die Winterspiele aufgenommen, weil sie die nicht personengebundenen Olympia-Tickets sicherten. „Sie bekommen bis zu den Spielen besondere Unterstützung, um sich optimal vorzubereiten“, sagte Hubertus Schulte vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), der die Titelkämpfe in L.A. live verfolgte. „Savchenko/Szolkowy sind unsere große Medaillenhoffnung“, sagte er.

Zwei Startplätze bei den Paaren, je einer bei den Damen und im Eistanz sind gesichert. Das Herren-Ticket muss bei der Nebelhorn- Trophy erlaufen werden, da Peter Liebers (Berlin) das WM-Finale verpasste. „Peter ist ein großes Talent, aber er muss zum Mann reifen“, forderte Treitz.

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