Kieler Staatsanwalt: Ermittlungen gegen Schwenker

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Deutsche Presse-Agentur

Die Staatsanwaltschaft Kiel hat im Zuge der angeblichen Betrugsaffäre beim deutschen Handball-Meister THW Kiel Ermittlungen gegen THW-Geschäftsführer Uwe Schwenker eingeleitet. Grund sei der Verdacht der Untreue, teilte die Staatsanwaltschaft in Kiel mit.

Gegen den früheren THW-Trainer Zvonimir Serdarusic werde zudem wegen des Verdachts der Beihilfe zur Untreue ermittelt. Weitere Erklärungen wollte die Staatsanwaltschaft zunächst nicht abgeben. Kiel soll einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ zufolge mindestens zehn Champions-League-Spiele manipuliert haben. Schwenker und Serdarusic bestreiten die Vorwürfe.

Nach den erneuten Bestechungsvorwürfen gegen den THW Kiel fürchtet Manager Thorsten Storm vom Bundesliga-Rivalen Rhein-Neckar Löwen einen Imageschaden für den gesamten Handball. „In dieser ganzen Sache hat sich der ganze Handball nicht mit Ruhm bekleckert, alle nicht“, sagte Storm nach dem Einzug der Badener ins Champions-League-Viertelfinale. Der Löwen-Beiratschef Dieter Matheis hatte in seiner Funktion als Aufsichtsrat des Ligaverbandes HBL die Affäre mit einem Brief an Kiels Manager Uwe Schwenker ins Rollen gebracht. Der THW weist Manipulations-Vorwürfe zurück.

Storm bestätigte indes, dass die Mannheimer wegen der Gerüchte den Vertrag mit dem früheren Kieler Trainer Zvonimir Serdarusic kündigen wollten. „Da die Gerüchte von verschiedenen Seiten immer wieder kamen aus Kiel, haben wir gesagt: Das geht nicht“, erklärte der 44-Jährige. Serdarusic, der im Sommer einen Dreijahresvertrag bei den Löwen antreten sollte, sei dem Verein jedoch zuvorgekommen und habe selbst um Auflösung des Kontrakts gebeten.

Nach Informationen des „Spiegel“ sollen Schiedsrichter bei mindestens zehn Champions-League-Spielen des THW bestochen worden sein. Darunter auch das gewonnene Finale 2007 gegen die SG Flensburg- Handewitt, bei der Storm damals Manager war. Serdarusic soll bei einem früheren Treffen mit Löwen-Vertretern die Mitwirkung an Bestechungen eingeräumt haben. „Wir haben niemanden angeklagt“, betonte Storm. „Für uns war der Fall auch abgeschlossen.“ Er habe kein Interesse daran, dem Konkurrenten aus Kiel Schaden zuzufügen, versicherte der Manager. „Ich habe doch nur Nachteile im Moment“, sagte Storm. Serdarusic hat bislang bestritten, weder manipuliert noch jemand anders beschuldigt zu haben.

Allerdings hatte Löwen-Gesellschafter Jesper Nielsen in der vergangenen Woche die Vorwürfe gegen die Kieler bekräftigt. Angeblich soll THW-Manager Uwe Schwenker die Bestechungen im Gespräch mit Nielsen zugegeben haben. Die Kieler wiesen dies als „falsch und frei erfunden“ zurück.

Innerhalb des Aufsichtsrats der Handball-Bundesliga wird die Bildung eines unabhängigen Kontrollausschusses erwogen, um in Zukunft mit Fällen wie den Manipulationsvorwürfen gegen den THW Kiel besser umgehen zu können. „Wir müssen auch im Handball einen Kontrollausschuss à la DFB oder eine Schiedsgerichtsfunktion à la DOSB einrichten, um solche Fälle professioneller anzugehen“, sagte Hans Peter Krämer, Aufsichtsrats-Mitglied des Ligaverbandes HBL, der Deutschen Presse-Agentur dpa. Gleichzeitig begrüßt Krämer die Aufklärungsarbeit der Kieler Staatsanwaltschaft. „Ich bin froh, dass Kiel jetzt die Staatsanwaltschaft eingeschaltet hat, damit die Sache mit professionellen Mitteln angegangen wird.“

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