Kiefer und Kohlschreiber sorgen für 2:1-Führung

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Deutsche Presse-Agentur

Dank einer bärenstarken Rückkehr von Nicolas Kiefer ist die deutsche Tennis-Auswahl im Davis Cup auf Siegkurs gegen Österreich.

Kiefer und Energiebündel Philipp Kohlschreiber sorgten im Doppel mit 6:3, 7:6 (8:6), 3:6, 6:4 gegen Alexander Peya und Julian Knowle für die deutsche 2:1-Führung. „Das war für mich persönlich einer der wichtigsten Siege im Davis Cup. Ich wusste selbst nicht genau, wo ich stehe“, sagte Kiefer. Dem DTB-Team fehlt vor den Schluss-Einzeln nur noch ein Punkt zum Einzug ins Viertelfinale gegen Cup-Verteidiger Spanien oder Serbien. Die Spanier um Rafael Nadal führen bei ihrem Heimspiel in Benidorm nach den ersten Einzeln und dem Doppel mit 2:1.

Nur 15 Stunden nach seinem 1:1-Ausgleich im Vier-Stunden-Match gegen Jürgen Melzer stand Kohlschreiber schon wieder auf dem Platz in der Olympia-Eishalle von Garmisch-Partenkirchen. Teamchef Patrik Kühnen verzichtete dafür auf Neuling Christopher Kas. „Das Doppel geht im Davis Cup eher geistig an die Substanz“, sagte Kohlschreiber, der am Sonntag auch gegen Stefan Koubek wieder antreten muss.

Gäste-Kapitän Gilbert Schaller geht davon aus, dass Kiefer dann angesichts seiner 7:0-Bilanz gegen Österreichs Top-Mann Jürgen Melzer anstelle des enttäuschenden Rainer Schüttler zum Einsatz kommt. „Kiwi hat sich im Doppel sehr viel Selbstvertrauen geholt und hat mir im Training von allen Deutschen am besten gefallen“, meinte Schaller. Melzer hatte nach dem verpassten Erfolg gegen Kohlschreiber für den Samstag gepasst und wollte sich schonen.

DTB-Teamchef Kühnen und Kiefer betonten, die Entscheidung über die Aufstellung falle erst nach dem Frühstück. „Philipp ist 25, ich bin 31. Ich merke meinen Körper schon ein bisschen“, sagte Kiefer nach der 3:15 Stunden langen Partie, in der er der beste Mann auf dem Platz war. Kiefer hatte sich vor zwei Monaten beim Hopman Cup einen doppelten Bänderriss und einen Sehnenanriss zugezogen und riss Kohlschreiber bei seinem Comeback mit.

Der Niedersachse blieb als einziger Akteur ohne Aufschlagverlust und brachte vor 2500 Zuschauern seine Qualitäten beim Return immer wieder ins Spiel. Dagegen konnte der als stärkster Doppel-Spieler geltende Knowle nur selten zeigen, was er zu leisten vermag. Im Tiebreak verlor der Linkshänder, der fast immer doppelhändig spielt, bei Satzball Österreich beide Aufschläge. Dagegen nutzte der bei eigenem Aufschlag oft wackelnde Kohlschreiber nach einem starken Service von Kiefer die erste deutsche Chance am Netz, wo der 25- Jährige aber auch oft nicht zwingend genug agierte.

Als der viel von der Grundlinie spielende Kohlschreiber im dritten Satz zwei weitere Male seinen Aufschlag verlor, kamen Peya und Knowle wieder heran. Der Augsburger war zwar entscheidend am sofortigen Break im vierten Satz beteiligt, konnte postwendend aber zum dritten Mal in Serie sein Service nicht halten. Doch nach dem Break zum 5:4 gegen Peya behielt Kohlschreiber beim Aufschlag die Nerven.

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