Kerber bekommt Nervosität besser in Griff

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 Glückwunsch, meine Freundin! Andrea Petkovic (links) gratuliert Angelique Kerber nach deren 6:2, 6:4-Erfolg.
Glückwunsch, meine Freundin! Andrea Petkovic (links) gratuliert Angelique Kerber nach deren 6:2, 6:4-Erfolg. (Foto: dpa)
Klaus-Eckhard Jost

Da standen sie am Netz und umarmten sich sekundenlang – Angelique Kerber und Andrea Petkovic. 6:2, 6:4 hat die deutsche Nummer 1 die Achtelfinalbegegnung beim Porsche-Tennis-Grand-Prix in Stuttgart gegen ihre Freundin gewonnen. Im zehnten Match gegeneinander holte sich die Kielerin den siebten Erfolg. „Es ist schwer, wie sind so gute Freundinnen, wir kennen uns so gut, wir sind schon so lange gemeinsam auf der Tour“, erklärte sie.

Zu Beginn der Partie hatte man das Gefühl, dass keine der beiden Spielerinnen der anderen wehtun wollte. Es war zwar lange ein ausgeglichenes Spiel, doch geprägt auch von vielen Fehlern. „Wir waren beide nervös“, gestand Kerber, „am Anfang war es eine Zitterpartie.“ Im sechsten Spiel des ersten Satzes war es dann Kerber, die endlich das richtige Gefühl für die Länge der Bälle bekam. Und auch ihre Schläge wurden druckvoller. Ein Durchmarsch wurde es trotzdem nicht für die Kielerin, weil sie nach den zwei Wochen Zwangspause wegen einer Grippe noch nicht in der nötigen körperlichen Verfassung war. Trotzdem war sie ein klein wenig besser. Und gewann letztlich verdient. Heute wartet Kiki Bertens (Niederlande/Nr. 6) auf Kerber.

Osaka bleibt die Nummer 1

Zuvor hatte auch schon Naomi Osaka kräftig durchgeatmet. Mit ihrem glatten 6:4, 6:3-Sieg im Auftaktmatch gegen Su-Wei Hsieh (Taiwan) war die Weltranglisten-Erste nicht nur gut ins Stuttgarter Turnier gestartet, die 21-jährige Japanerin wird damit auch in der kommenden Woche an der Spitze des Rankings bleiben. „Su-Wei hat zwar riskant gespielt", sagte Osaka, „aber ich hatte immer alles unter Kontrolle.“ Selbst in der Anfangsphase des Matches, als sie sich erst auf den ungeliebten Sandbelag einstellen musste. „Ich kann von mir behaupten, dass ich sehr schnell lerne.“ Die nächste Gelegenheit, dies zu beweisen, hat Naomi Osaka gegen die Kroatin Donna Vekic. Noch ist Osaka relativ unbekannt außerhalb der Tenniswelt. Da bekommen relative Nebensächlichkeiten eine besondere Bedeutung. Etwa die Frage nach den neuen Kleidern, die die Japanerin seit dem Wechsel von einem deutschen zu einem amerikanischen Ausrüster trägt. Ob sie an Mode interessiert sei? Zur Antwort wirft sie sich, mit Trainingsjacke, T-Shirt und Short gekleidet, in Pose und fragt: „Findest du mich nicht modisch gekleidet?“

Siegemund muss flexibel planen

Solche Gedanken muss sich Laura Siegemund nicht machen. Für die 31-jährige Stuttgarterin geht es nach dem 4:6, 3:6 gegen Anastasija Sevastova (Lettland) erst mal um die nähere Zukunft. „Ich habe für Madrid und Rom gemeldet, bin aber noch nicht in der Quali drin“, sagte die Nummer 99 der Weltrangliste. Bei ihrem Heimturnier war Siegemund durch eine Wildcard direkt ins Hauptfeld gekommen. „Ich muss mit meiner Ranglistenposition flexibel bleiben.“

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