Katharina Althaus bei Olympia: Beste Sprünge, großer Fight

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Katharina Althaus
Katharina Althaus (Foto: afp)
Schwäbische Zeitung

Die kreativen Köpfe, die dem DOSB regelmäßig pfiffig-freche Sprüche liefern, haben ganze Arbeit geleistet. „Lässt andere Althaus sehen“ – darauf muss erst mal wer kommen. Freunde des gediegenen Wortspiels dürften ihre Freude haben, Katharina Althaus selbst hatte sie sowieso: Silbermedaillengewinnerin in Pyeongchang, Olympiazweite 2018: Nicht alt ausgesehen gegen die 21-jährige Skispringerin des SC Oberstdorf hatte allein Maren Lundby, die Weltcup-Führende aus Gjøvik. Die Norwegerin ist 23 – und diesen Winter schlicht chronisch überragend.

Das musste Maren Lundby auch sein bei knackigen minus elfeinhalb Grad im „Alpensia Ski Jumping Centre“. Rief Katharina Althaus doch „ihre besten Sprünge“ ab. Andreas Bauer, der Bundestrainer, sah das so. Andreas Bauer weiß auch, was das heißt bei Olympia: „Großes Kompliment für die psychische, die mentale Leistung, das beim Saisonhöhepunkt auf den Punkt zu schaffen.“ Ein Quäntchen noch sei Maren Lundby stärker gewesen, „aber Katharina hat ihr einen großen Fight geliefert“.

Und damit eine Entwicklung (vorläufig) gekrönt, deren Beginn gern am 14. Januar 2012 festgemacht wird. An diesem Tag gewann Katharina Althaus schon einmal eine Silbermedaille, bei den ersten Olympischen Jugend-Winterspielen in Innsbruck. Fahnenträgerin ist sie tags zuvor für die deutsche Mannschaft gewesen, Team-Gold – mit Andreas Wellinger und Kombinierer Tom Lubitz – sollte dieses „Mega-Erlebnis für mich“ abrunden. Und Lust machen auf mehr? Offensichtlich. „Wenn ich mich daran erinnere, wie wir uns da gefreut haben! Das war richtig cool.“

Zwei Jahre später sprang Katharina Althaus in Sotschi. Olympisch ohne den Zusatz „Jugend“. Mit noch nicht mal 18 – auf Rang 23. „Erleben und Erfahrungen sammeln“, sagte sie jetzt, habe damals ihr Vorsatz geheißen. Zugabe war die Gratulation an Carina Vogt zum historischen, da ersten Frauenskisprung-Gold. Diesmal gingen die Glückwünsche in die andere Richtung, und nach einmal (recht kurz) darüber schlafen konnte Katharina Althaus das alles zwar noch nicht ganz begreifen, wohl aber erklären. Jedes ihrer Karrierejahre habe sie sich „bissl steigern“ können; vorigen Sommer dann sei ein „richtig großer Schritt“ gefolgt, auf Platz zwei aktuell im Weltcup-Klassement. „Aber sowas geht natürlich nur mit so ’nem tollen Team im Rücken.“ Dankbar sei sie deshalb – „auch dass ich das alles miterleben durfte“.

Alles war längst noch ein bisschen mehr seit dem 12. Februar 2018, kurz vor Mitternacht. War der herzliche Empfang frühmorgens am Dienstag im Deutschen Haus („Wie viele Leute da noch gewartet haben!“), waren die Anschlussfestivitäten in Juliane Seyfarths Zimmer, sollte die Siegerehrung werden am Abend. „Überraschen und überwältigen“ lassen wollte sich Katharina Althaus da. Begreifen auch. „Wenn ich die Medaille in der Hand habe.“

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