Katar-Rundfahrt: Belgier Nolf tot aufgefunden

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Deutsche Presse-Agentur

Die Katar-Rundfahrt ist von einem tragischen Todesfall überschattet worden. Der 21 Jahre alte Radprofi Frederiek Nolf aus Belgien starb in der Nacht in seinem Team-Hotel in Doha.

Dies bestätigte ein Sprecher des Veranstalters ASO, der auch die Tour de France organisiert, auf dpa- Anfrage. „Der Radsport trägt Trauer, wenn man so ein junges Talent verliert, so einen Kerl wie ihn“, sagte der fünffache Tour-Sieger und Mitveranstalter Eddy Merckx dem Internetanbieter „cyclingnews“.

„Unsere Gedanken sind bei Frederieks Familie, seiner Freundin und seinen Kameraden“, teilte Nolfs Equipe Topsport Vlaanderen mit. Die Todesursache soll durch eine Autopsie in Belgien geklärt werden, meldete die französische Sportzeitung „L'Équipe“ auf ihrer Homepage.

Nolf sei von Mitgliedern seines belgischen Topsport Vlaanderen- Teams, das Merckx als Sponsor unterstützt, leblos aufgefunden worden. Warum der Fahrer fünf Tage vor seinem 22. Geburtstag starb, war zunächst unklar. Am Mittwochabend sei es Nolf noch gut gegangen, berichtete Teammanager Patrick Sercu. Team-Chef Jean-Pierre Heyderrickx sagte unter Tränen: „Unsere Fahrer werden viermal im Jahr in der Universität von Löwen eingehend untersucht. Seine Werte waren immer normal, er war fit“. Noch beim gemeinsamen Abendessen habe Nolf am Mittwoch „Witze gemacht“ und sei gut gelaunt gewesen.

Auch Nolfs Zimmerpartner Kristof Goddaert habe nichts bemerkt. Ihm sei „während der Nacht nichts aufgefallen“. Nolf hätte morgens in seiner normalen Schlafposition auf dem Rücken gelegen. Als Goddaert seinen Teamkollegen wachrütteln wollte, merkte er laut „L'Équipe“: „Seine Hand war kalt, er hatte keinen Puls.“

Topsport Vlaanderen stieg am Donnerstag aus der Katar-Rundfahrt aus. Vor dem Start der 5. Etappe des Wüstenrennens, die auf 27 Kilometer verkürzt und neutralisiert wurde, waren Nolfs Teamkollegen bei einer Schweigeminute aber am Start dabei. Im Gedenken an ihren verstorbenen Kollegen legten die Fahrer des Pelotons am Donnerstag das Teilstück gemeinsam zurück.

Es ist nicht das erste Mal, dass eine Radrundfahrt von einem Todesfall überschattet wurde. Bei der Deutschland-Tour 2003 war der 23 Jahre alte Franzose Fabrice Salanson in Dresden von einem Teamkollegen tot in seinem Hotelzimmer gefunden worden. „Sekunden- Herztod“ lautete später die Todesursache, von Doping war nicht die Rede.

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