Juventus will die Unbesiegbaren besiegen

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Nimmt Juventus die Hürde FC Bayern? Hier springt Paul Pogba über den Münchner Kapitän Philipp Lahm.
Nimmt Juventus die Hürde FC Bayern? Hier springt Paul Pogba über den Münchner Kapitän Philipp Lahm. (Foto: afp)

Das Hinspiel, dieses nicht mehr für möglich gehaltene 2:2, hat die neutralen Fußballfans bereits entzückt. Das Rückspiel morgen (20.45 Uhr/ZDF und Sky) verspricht nun sehr spannend zu werden: Der FC Bayern München erwartet im Achtelfinale der Champions League den italienischen Rekordmeister Juventus Turin. Obwohl der Deutsche Meister in Turin zwei Tore schoss, ist der Ausgang der zweiten Partie völlig offen.

„Wir haben keine Angst vor den Bayern, auch wir sind eine starke Mannschaft. Wir fahren nach München, um die nächste Runde zu erreichen“, sagte Claudio Marchisio. Der Mittelfeldspieler ist überzeugt, dass die „Unbesiegbaren von Pep Guardiola“ durchaus zu packen seien. Etwas zurückhaltender fällt die Einschätzung von Trainer Massimiliano Allegri aus. „Der italienische Pokal und die Meisterschaft sind machbar. Um gegen Bayern weiterzukommen, benötigen wir einen sehr guten Abend. In solchen Spielen entscheiden Kleinigkeiten. Wer weniger Fehler macht, der gewinnt.“

Juve ist jedenfalls wieder bei der Musik. Dabei hatte die Meisterschaft für den erfolgsverwöhnten italienischen Rekordmeister desaströs begonnen. Nach zehn Spieltagen hatte Juventus bereits vier Niederlagen kassiert, nur zwölf Punkte auf dem Konto und war Tabellenzwölfter. Rom marschierte vorne weg und war mit 23 Punkten bereits enteilt. Der Grund für den schlechten Start: Juventus hatte mit Andrea Pirlo (wechselte nach New York) zu Saisonbeginn seinen Denker und Lenker verloren. Auch die Abgänge von Stürmer Carlos Tevez (zurück zu den Boca Juniors) sowie von Arturo Vidal zum morgigen Gegner wogen schwer. Weder die neuen Stürmer Paulo Dybala und Mario Mandzukic noch der talentierte Paul Pogba konnten in die Bresche springen. Juve war auf der Suche nach sich selbst.

„Als Mannschaft gewachsen“

Mit Erfolg. Die Niederlage bei Sassuolo Calcio am 28. Oktober war die bislang letzte in der laufenden Saison der Serie A. Nach 15 Siegen in Folge steht der Meister wieder ganz oben – seit dem 1:0 im Spitzenspiel gegen den SSC Neapel am 13. Februar am 25. Spieltag gab es keinen anderen Tabellenführer mehr, weil Neapel schwächelte und Juventus nicht mehr verlor. Nach dem 29. Spieltag (1:0-Sieg gegen Sassuolo) hat Juventus 67 Punkte, Neapel 64.

Was hat sich seither geändert? „Wir sind als Mannschaft gewachsen und haben unseren Rhythmus gefunden“, analysierte Marchisio in der „Gazzetta dello Sport“. Mandzukic und Dybala sind im Angriff eine Bank, Paul Pogba hat seine Rolle als Leader im Mittelfeld angenommen. Und im Spanier Alvaro Morata und dem italienischen Nationalspieler Simone Zaza hat Juve zwei exzellente Angreifer in der Hinterhand.

Wichtig für den Aufschwung von Juventus war aber auch die Genesung des neu verpflichteten deutschen Weltmeisters Sami Khedira. Der 28-jährige Mittelfeldspieler fiel zu Saisonbeginn wegen eines Muskelfaserrisses 56 Tage aus. Oberschenkelprobleme und eine Adduktorenverletzung warfen den früheren Stuttgarter danach nochmals zurück. Am Mittwoch wird er ebenso fit sein wie Abwehrspieler Giorgio Chiellini. „Mit Khedira sind wir im Mittelfeld noch stärker aufgestellt“, meint Allegri.

Dort – im Mittelfeld – wird die Partie in München entschieden. Im Hinspiel in Turin ließ Philipp Lahm dem französischen Nationalspieler Pogba keine Luft zum Atmen. Bei jeder Ballannahme war Lahm da und störte erfolgreich die Kreise des 23-Jährigen, der heute Geburtstag hat. Diese taktische Meisterleistung von Bayern-Coach Pep Guardiola blieb vielen verborgen. Sollte es Lahm im Rückspiel erneut gelingen, den Juve-Spielmacher zu neutralisieren, hätte Bayern einen großen Vorteil. Aber die Entwicklung von Juventus ist noch nicht abgeschlossen – und die Turiner haben das Hinspiel genauso analysiert wie der FC Bayern.

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