Junge Flieger gegen Ecker und Co.

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Deutsche Presse-Agentur

Im deutschen Stabhochsprung ist ein „Luftkampf der Generationen“ ausgebrochen. Hallen-Europameister Danny Ecker (31 Jahre), der WM-Siebte Björn Otto (31) und der frühere Hallen-Weltmeister Tim Lobinger (36) stehen im Jahr der WM in Berlin im Schatten junger Herausforderer.

„Von einer Wachablösung zu sprechen, ist sicher zu früh“, meinte Tobias Scherbarth vor der deutschen Hallen-Meisterschaft der Leichtathleten an diesem Wochenende in Leipzig. Der 21-jährige Leverkusener führt zusammen mit Alexander Straub (25 /Filstal), die beide schon 5,76 Meter meisterten, die nationale Rangliste an. Dahinter liegt Fabian Schulze (24/Kornwestheim/Ludwigsburg) gleichauf mit Ecker (beide 5,70 Meter).

„Ich halte das nicht für einen Signalwettkampf, das wäre übertrieben“, sagte Scherbarth, fügte aber hinzu: „Natürlich findet ein Wechsel statt.“ Angst vor dem spannenden Kampf um die drei Tickets für die Hallen-EM vom 6. bis 8. März in Turin hat er keine: „Bislang konnte ich mit Druck immer sehr gut umgehen. Mein Ziel ist, die EM-Fahrkarte zu buchen“, so der gebürtige Leipziger. „Ich denke, dass bei den Hallen-Meisterschaften 5,80 Meter nötig sind, um zu gewinnen.“

Davon ist Routinier Lobinger in diesem Winter bisher weit entfernt - über 5,60 Meter kam er nicht hinaus. „Irgendwie bleibt die Überraschung aus“, stellte er auf seiner Homepage fest. „Der Winter sieht wirklich wie eine Durchgangsstation aus.“ Die rapide Steigerung seiner Trainingssprünge im südafrikanischen Wintertraining um fast das dreifache auf mehr als 300 wirke nach. „Das ist Schachspielen für den Sommer“, hofft der Wahl-Münchner mit Blick auf die WM im August. Die Springerei unter dem Dach hat Lobinger so gut wie abgeschrieben: „Dieser Winter lässt mich so oder so nicht auftauen.“

Verdrängen lassen wollen sich der Routinier, der bis zu den Olympischen Spielen 2012 in London weitermachen möchte, und seine älteren Kollegen von den jungen Himmelsstürmern nicht so schnell. „Wir sind auf jeden Fall noch da“, lautet seine Kampfansage. Dies gilt ebenso für Danny Ecker, der zuletzt aber auch nicht so taufrisch wirkte. Der deutsche Hallen-Rekordler Danny Ecker, er übersprang 2001 die Sechs-Meter-Marke haderte noch mit seinen neuen Karbon-Stäben. „Sie sind leichter, aber schwieriger zu springen“, berichtete Ecker, dem außerdem Schulterprobleme beeinträchtigen. „Wenn es wehtut, wird er nicht souverän springen und seine gute Technik abrufen können“, meinte sein Trainer Leszek Klima.

Der Stabhochsprung-Senkrechtstarter vom vergangenen Jahr, Raphael Holzdeppe, startet in Moskau mit einem „Salto nullo“ in die Saison und schaffte bisher erst 5,60 Meter. „Mein Ziel sind 5,70 Meter. Obwohl ich im Freien schon höher gesprungen bin, wäre das Hallen- Bestleistung. Das darf man nicht vergessen“, sagte der Olympia-Achte und U20-Weltmeister aus Zweibrücken. Für Lobinger ist Holzdeppe der Mann der Zukunft und der Anwärter auf seine Nachfolge: „Er es ist das größte Talent, das wir mit Sicherheit im Stabhochsprung haben.“

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