Jenny Wolf sprintet zum 35. Weltcupsieg

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Deutsche Presse-Agentur

Jenny Wolf erfüllte sich ihren Wunsch vom Flachland-„Weltrekord“, Anni Friesinger musste hingegen bei ihrem späten Einstieg in die Weltcupsaison mit Platz sechs zufrieden sein:

Eine Woche nach der Sprint-WM der Eisschnellläufer in Moskau waren die Gefühlswelten der beiden deutschen Sprint-Asse auf der schnellen Bahn im russischen Kolomna wieder völlig unterschiedlich.

Weltrekordlerin Jenny Wolf, die in der Vorwoche in Moskau trotz zweier Siege über 500 Meter unzufrieden war, erlebte das Rennen auf der neuen Bahn rund 120 Kilometer vor den Toren Moskaus wie eine Erlösung. „So hatte ich mir das vorgestellt. Schön, dass ich wieder einen neuen Rekord habe“, meinte die 29 Jahre alte Berlinerin nachdem sie in 37,51 Sekunden so schnell war wie noch nie eine Frau außerhalb der beiden Hochlandbahnen von Calgary und Salt Lake City. Sie verbesserte damit ihren eigenen inoffizielle Flachland-Bestmarke aus dem Vorjahr in Hamar um 0,01 Sekunden und baute mit dem siebten Sieg im neunten 500-Meter-Rennen ihre Gesamt-Führung im Weltcup vor der Südkoreanerin Lee Sang-Hwa auf 195 Punkte aus.

Bei ihrem 35. Weltcup-Erfolg war diesmal auch der Vorsprung auf die zweitplatzierte Annette Gerritsen wieder im erhofften Rahmen: Die Niederländerin war in 38,02 Sekunden mehr als eine halbe Sekunde langsamer. „Genau, wie wir das brauchten. Jetzt sieht es nicht schlecht aus mit Blick auf die WM“, lobte ihr Trainer Thomas Schubert nach dem starken Rennen. Jenny Wolf war nur mit der leicht verspäteten Reaktion am Start nicht zufrieden. In 10,21 Sekunden lag ihre Startzeit über 100 Meter dennoch in einer Region, in die momentan keine andere Sprinterin vorstoßen kann. Wie schon bei vier Rennen zuvor war die Sprint-Weltmeisterin von Moskau, Wang Beixing aus China, in Kolomna nicht am Start und hat keine Chance mehr auf den mit 14 000 Dollar dotierten Weltcup-Erfolg. Monique Angermüller (Berlin) belegte in 38,76 Sekunden Rang zehn.

Nach ihrem furiosen Auftritt vor einer Woche hatte sich Anni Friesinger auch für Kolomna einiges vorgenommen. In 1:16,42 Minuten kam die 32 Jahre alte Weltmeisterin nicht an ihre Sieger-Zeit von Moskau heran und musste gleich fünf Rivalinnen den Vortritt lassen. „Das war nicht der Lauf, wie ich ihn mir vorgestellt hatte“, meinte die Bayerin. „In Moskau war sie weit dynamischer. Hier wollte sie vielleicht zu viel und ist ein wenig verkrampft“, kommentierte Bundestrainer Markus Eicher das Weltcup-Saisondebüt der 15-maligen Weltmeisterin aus Bayern. Der Sieg ging an die Niederländerin Margot Boer in Bahnrekordzeit von 1:15,92 Minuten.

Das 500-Meter-Rennen der Herren gewann Vizeweltmeister Keiichiro Nagashima, der in 34,85 den Bahnrekord (34,35) aber klar verfehlte. Der Japaner verwies den in der Gesamtwertung weiter führenden Chinesen Yu Fengtong (34,89) auf Platz zwei. Der Chemnitzer Nico Ihle blieb als Siebter der B-Gruppe in 35,97 Sekunden endlich einmal unter der 36-Sekunden-Marke und konnte noch vier Weltcup-Punkte kassieren.

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