„Jedes Spiel ein Feuerwerk“: Baumgart will stolzen Abgang

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Deutsche Presse-Agentur

Ein Spiel beim 1. FC Union Berlin ist für Steffen Baumgart immer etwas Besonderes. Der Trainer des SC Paderborn spielte von 2002 bis 2004 selbst für die „Eisernen“. Sein Lebensmittelpunkt ist noch immer der Stadtteil Berlin-Köpenick, wo auch das Stadion An der Alten Försterei liegt.

Ausgerechnet dort könnte am Dienstagabend (20.30 Uhr/Sky) der Bundesliga-Abstieg der Paderborner besiegelt werden. Denn drei Spieltage vor dem Ende der Saison hat der Tabellenletzte acht Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz, was bedeutet: Baumgarts Mannschaft hat nur noch eine Chance, in der Liga zu bleiben, wenn sie selbst alle drei Spiele gewinnt und wenn beide Konkurrenten Werder Bremen und Fortuna Düsseldorf alle drei Spiele verlieren.

Das wird kaum passieren, das weiß auch Baumgart. Und das Spiel in Berlin möchte er auch nicht mit persönlichen Emotionen aufladen. „Wenn wir absteigen, werden wir nicht an der Alten Försterei absteigen. Dann haben wir das ganze Jahr über zu wenig Punkte geholt“, sagte der 48-Jährige. „Außerdem ist mir das schon einmal an der Alten Försterei passiert, als wir mit Hansa Rostock nach einer 2:0-Führung noch mit 5:4 verloren haben. Das war zu dem Zeitpunkt das Schmerzhafteste, was ich in meiner Karriere erlebt habe.“ Das war 2012, als Baumgart noch Co-Trainer in Rostock war.

Mit dem Abstieg musste man beim kleinsten und umsatzschwächsten Club der Bundesliga immer rechnen, also war es Baumgart auch immer besonders wichtig, wie sich sein Team präsentiert. „Es geht nicht darum, den Glauben aufrecht zu erhalten, sondern unser Gesicht“, sagte er vor den letzten drei Spielen der Saison.

Und da ihn gerade der jüngste Auftritt beim 1:5 gegen Werder Bremen sehr gewurmt hat, fordert der Trainer nun von seiner Mannschaft, sich mit Stolz aus der Fußball-Bundesliga zu verabschieden. „Ich will Charakter von uns sehen“, sagte Baumgart. „Jedes Spiel soll ein Feuerwerk von uns werden. Wir wollen nicht resignieren, sondern die Saison mit erhobenem Haupt zu Ende bringen. Das erwarte ich jetzt.“

Mit welchem Kader der SC Paderborn in der 2. Liga antreten wird, ist noch offen. Spieler wie Luca Kilian oder Sebastian Vasiliadis haben aber das Zeug, um weiter erstklassig zu bleiben. Auch deshalb sieht Baumgart das einjährige Gastspiel in der Bundesliga als Erfolg an. „Wir haben viel erreicht“, sagte er im ZDF-Morgenmagazin. „Wenn die Corona-Krise nicht gewesen wäre, hätten wir den Verein entschuldet. Wir stehen auf sehr soliden Beinen. Wir haben die Marktwerte der Spieler verbessert. Darauf können wir aufbauen.“

Homepage des SC Paderborn

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