„Jatta, Jatta“: HSV-Stürmer entscheidet Nord-Duell

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Deutsche Presse-Agentur
Carsten Lappe

Bakéry Jatta hat mit seinem ersten Saisontor nach turbulenten Wochen für Gänsehaut-Atmosphäre beim Hamburger SV gesorgt.

Beim verdienten 3:0 (1:0) im Nord-Duell der zweiten Fußball-Bundesliga schoss Jatta das Tor zum Endstand (75.) und wurde überschwänglich gefeiert. „Bei Jattas Tor hatte ich Gänsehaut. Da fällt sicher sehr viel Last von ihm ab. Man hat gesehen, die Fans und der Verein stehen hinter ihm“, sagte Mitspieler Adrian Fein nach dem vierten HSV-Sieg im fünften Saisonspiel.

Die beiden anderen Tore erzielten Sonny Kittel (35.) und David Kinsombi (59.) für den HSV, der die Tabelle nach dem fünften Spieltag mit 13 Punkten souverän vor den Überraschungsteams SV Sandhausen und VfL Osnabrück anführt. Aufsteiger Osnabrück sprang durch das 3:0 (1:0) gegen den Karlsruher SC auf Rang drei.

Unübertroffen war aber der Jubel in Hamburg, als Jatta das 3:0 schoss. Nach dem ersten Saisontor des Gambiers, an dessen Identität es einem Bericht der „Sport Bild“ zufolge Zweifel geben soll, gab es im Hamburger Volkspark überschwänglichen Jubel. Unter lauten „Jatta, Jatta“-Rufen wurde der Stürmer vom gesamten Kader und Trainerteam des HSV geherzt. Noch in der vergangenen Woche beim 4:2 beim KSC war Jatta von den gegnerischen Fans ausgepfiffen worden. Der 1. FC Nürnberg, der VfL Bochum und der KSC hatten zudem Einspruch gegen die Wertung ihrer verlorenen Spiele gegen den HSV eingelegt.

„Aufgrund der letzten Wochen ist das natürlich einfach schön. Jeder hat es ihm gegönnt. Damit sollte das Thema jetzt beendet sein“, sagte der HSV-Schütze zum 1:0, Sonny Kittel. Pfiffe der Gäste-Fans gegen Jatta blieben anders als vor einer Woche aus. Die 96-Verantwortlichen hatten zuvor darum gebeten, von entsprechenden Pfiffen oder Gesängen abzusehen. Laut „Sport Bild“ könnte Jatta einen anderen Namen haben und älter als angegeben sein. Der Stürmer hatte dazu zuletzt beim zuständigen Bezirksamt eine Stellungnahme eingereicht. Auch der DFB-Kontrollausschuss befasst sich mit dem Fall.

Nach der zweiten Saison-Niederlage müssen sich die 96er von Trainer Mirko Slomka vorerst wieder nach unten in der Tabelle orientieren. „Das ist überhaupt nicht zufriedenstellend. Der Anspruch an uns ist ein anderer“, motzte Ex-Nationalkeeper Ron-Robert Zieler, der selbst beim 0:2 nicht gut ausgesehen hatte.

In Osnabrück war Marcos Alvarez (22./48., Foulelfmeter) mit Toren der gefeierte Mann. Zudem traf Joost van Aken (80.). „Das ist natürlich überragend“, sagte der Doppel-Torschütze vom Tabellendritten. „Wir werden nicht abheben, aber wir wollen uns auch nicht kleiner reden als wir sind. Wir wollen uns von Spiel zu Spiel verbessern und Fußball-Deutschland zeigen, dass der VfL in die 2. Liga gehört.“

Dirk Schuster holte bei seinem Trainer-Debüt für Erzgebirge Aue beim 1:1 (0:0) bei Holstein Kiel einen Punkt. Jan Hochscheidts Treffer (48.) genügte den Gästen nicht, auch weil Dimitrij Nazarov (54.) einen umstrittenen Foulelfmeter verschoss. Für Kiel glich Jae-Sung Lee (73.) noch aus. Die Sachsen hatten sich als erster Club in dieser Spielzeit in Daniel Meyer von ihrem Chefcoach getrennt.

Abgeschlossen wird der Spieltag am Montagabend mit der Partie des VfB Stuttgart gegen den VfL Bochum (20.30 Uhr). Für die Westfalen ist es das erste Spiel nach der Beurlaubung von Robin Dutt. Betreut wird der VfL bei den Schwaben von Interimstrainer Heiko Butscher.

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