Japan träumt vom ersten Viertelfinale

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Japan
Die Japaner um die Bundesliga-Profis Makoto Hasebe (l) Genki Haraguchi (r) wollen ins Viertelfinale. (Foto: Andrew Medichini/AP / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Miriam Schmidt

Die WM-Mission für Makoto Hasebe und seine Teamkollegen ist klar: Die asiatische Ehre verteidigen und Historisches für das eigene Land erreichen.

„Japan hat es noch nie ins Viertelfinale geschafft. Wir haben jetzt die Chance, so eine Meisterleistung unter guten Voraussetzungen zu vollbringen“, sagte der Frankfurter Hasebe. Das Fußball-Nationalteam Japans steht als einziger Vertreter Asiens im Achtelfinale des Turniers und will am Montag (20.00 Uhr MESZ) erstmals in seiner Geschichte ein WM-Viertelfinale erreichen.

„Das Abschneiden der anderen asiatischen Mannschaften ist schon enttäuschend“, sagte der ehemalige Nationalspieler Guido Buchwald, der seit seiner Zeit in Japan als Kenner des asiatischen Fußballs gilt, der Deutschen Presse-Agentur. Angesichts vieler Probleme etwa bei Südkorea in der Vorbereitung sei es aber „schon ein Erfolg, dass zumindest eine asiatische Mannschaft im Achtelfinale steht.“ Auch Saudi-Arabien, Australien und der Iran scheiterten früh. 2014 fand die Runde der besten Acht ganz ohne asiatische Beteiligung statt.

Nun ruhen die Hoffnungen eines ganzen Kontinents auf Japan. Als erstes asiatisches Team seit dem Halbfinal-Aus von Gastgeber Südkorea 2002 wollen es die Samurai Blue ins Viertelfinale schaffen. Doch gegen Belgien ist Japan klarer Außenseiter. „Das wird unheimlich schwer. Da muss alles passen und jeder Spieler in Topform sein“, prophezeite Buchwald. Der 63 Jahre alte Nationalcoach Akira Nishino forderte: „Wir dürfen keine Angst vor unserem Gegner haben und wir müssen mit Selbstvertrauen spielen.“

Unter Nishino hat sich innerhalb kurzer Zeit vieles zum Positiven verändert. Erst im April übernahm er das Team und formte es zu einer Einheit. „Er ist ein sehr ruhiger, sachlicher Trainer und hat das sehr gut hinbekommen“, lobte Buchwald. „Sie spielen mit einer unheimlichen Ordnung, man sieht seine Handschrift.“ Hasebe macht es stolz, dass sein Team in Russland trotz der chaotischen Vorbereitung ins Achtelfinale eingezogen ist: „Dass wir es unter solchem Druck und diesen Umständen geschafft haben, gibt uns viel Selbstvertrauen.“

Nishino setzt auch auf den Einfluss und die Erfahrung seiner sieben Bundesliga-Profis. „Spieler wie Shinji Kagawa oder Hasebe sind echte Führungsspieler im Nationalteam. Ihre Bundesliga-Erfahrung tut der Nationalmannschaft sehr gut“, urteilte Buchwald. Seiner Ansicht nach passen Mentalität und Charakter von Deutschen und Japanern zusammen: „Japaner sind sehr diszipliniert und tun alles für den Erfolg.“

Das soll sie weiter durchs Turnier tragen. Auch deshalb tauschte Nishino im letzten Gruppenspiel gegen Polen seine halbe Stammelf aus. „Wir haben uns die Gelegenheit verdient, noch einmal im Achtelfinale anzutreten. Bei den vergangenen zwei Turnieren haben wir uns in der Gruppenphase zu sehr verausgabt“, sagte er mit Blick auf die Pleiten in der ersten K.o.-Runde 2002 und 2010. Gegen Polen zitterte sich Japan trotz eines 0:1 wegen der Fair-Play-Wertung weiter.

Doch das ist abgehakt, die Japaner konzentrieren sich auf die schwere Aufgabe gegen Belgien. „Die Taktik kann uns weit bringen, wir müssen an unseren Grundsätzen festhalten“, sagte Hiroki Sakai. „Wir haben noch nie das Viertelfinale erreicht, wir wollen es jetzt schaffen.“ Buchwald ist unabhängig vom Ausgang der Partie überzeugt: „Die Struktur und der Unterbau des japanischen Fußballs sind gut. Daher werden sie in den nächsten Jahren an die Weltspitze heranrücken.“

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