Inter siegt und zieht Milan davon

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Deutsche Presse-Agentur

„Ciao Milan!“ - Vor dem kommenden Mailänder Derby zieht Titelverteidiger Inter seinem Lokalrivalen und Verfolger AC Mailand davon.

Während der Meister (53 Punkte) am 23. Spieltag klar 3:0 bei US Lecce siegte und seine Führung auf 8 Punkte vor Milan (45) ausbaute, blamierte sich der Lokalrivale (45) daheim beim mageren 1:1 gegen „Schlusslicht“ Reggina Calcio. Zudem muss Milan um die Gesundheit seines Superstars Kaká und um den Verbleib seines neuen Lieblings David Beckham fürchten.

„Inter ist ein Koloss, Milan geht unter“, titelte „La Gazzetta dello Sport“, denn für Milan kam es knüppeldick. „Schluss mit dem Zirkus um Beckham, wir haben Milans Angebot abgelehnt“, sagte LA Galaxys Geschäftsführer Tim Leiweke am Wochenende. Was für eine kalte Dusche für die Tifosi. Die Amerikaner sollen mindestens 10 Millionen Euro für den englischen Mittelfeldspieler verlangen, die Italiener aber nur rund 5 Millionen auf den Tisch legen. „Immerhin zeigt sich Galaxy verhandlungsbereit“, versuchte AC-„Vize“ Adriano Galliani die Absage aus Amerika positiv zu deuten. „Ich hoffe, es findet sich eine Lösung“, meinte er. Denn offensichtlich glauben die Mailänder weiter, ihren „Gastarbeiter“ über den 8. März hinaus halten zu können.

Angewiesen wären sie mehr denn je auf den Flankengeber im Mittelfeld. Denn im Spiel gegen Reggina erlitt Mittelfeld-Star Kakà nach seinem Elfmetertor zum 1:1 (67. Minute) eine böse Fußblessur. „Ich mache mir Sorgen“, sagte Milan-Coach Carlo Ancelotti, nachdem der Brasilianer eine Verstauchung im linken Fußgelenk erlitten hatte. Im Nationalmannschaftsspiel der Selecao in London gegen Italien werde er auf jeden Fall fehlen, hieß es bei Milan.

Auch im kommenden Derby droht Kakas Ausfall. Dabei geht es im Titelrennen für Milan dort bereits um Alles oder Nichts. „Jetzt müssen wir gegen Inter gewinnen“, räumte Ancelotti ein. Sonst zieht der Meister wohl auf und davon. Viele wetten nicht mehr auf Milan: „Inter sagt: Ciao Milan“, schrieb der „Corriere dello Sport“ bereits.

Inter-Coach José Mourinho müsste sein Team daher eigentlich in einer mehr als komfortablen Position sehen und zufrieden sein. Trotz des 3:0 in Lecce murrte der Portugiese aber wieder mal über den Schiedsrichter, da dieser Zlatan Ibrahimovic Gelb gezeigt und Inter angeblich einen fälligen Elfmeter verweigert hatte. „Seltsam“ seien die Referee-Entscheidungen gewesen, meinte Mourinho. Erfreut war er zumindest darüber, dass sein Team wieder „Konzentration, großen Teamgeist und Selbstbewusstsein“ bewiesen habe. Zlatan Ibrahimovic (12. Minute), Figo (72.) und Dejan Stankovic (92.) trafen für Inter.

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