Im Glutofen auf Eistemperatur kommen

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David Zucker (vorn) mit Ondrej Pozivil und Trainer Jiri Ehrenberger (rechts) beim Krafttraining.
David Zucker (vorn) mit Ondrej Pozivil und Trainer Jiri Ehrenberger (rechts) beim Krafttraining. (Foto: Michael Panzram)
Sportredakteur

Gemmer aufs Eishockey? In diesen Tagen mit rekordsommerlichen Temperaturen ist dieser Gedanke eigentlich absurd. Und doch: Für die Ravensburg Towerstars hat am Mittwoch die Vorbereitung auf die DEL2-Saison 2018/19 begonnen. Sechs Wochen hat Coach Jiri Ehrenberger nun Zeit, eine Mannschaft im Glutofen auf Eistemperatur zu bringen – damit nächsten Winter endlich mal wieder der direkte Einzug in die Play-offs geschafft wird.

Robbie Czarnik schaut noch reichlich übermüdet drein, als er am späten Mittwochvormittag die Towerstars-Kabine in der Eissporthalle in Ravensburg betritt. Kein Wunder, denn er ist erst am Tag zuvor aus Nordamerika angeflogen gekommen. Der Jetlag ist aber nicht nur dem neuen Stürmer, der von den Eispiraten Crimmitschau kommt, anzusehen. Auch Mathieu Pompei hat nicht wirklich ausgeschlafen; den Augenringen zu urteilen gilt das auch für Olivier Hinse. Die Kanadier Hinse und Pompei und der US-Amerikaner Czarnik sind am Dienstag am Flughafen in München angekommen. Gemeinsam wurden sie abgeholt – und in ihre neue Heimat gefahren, wobei das nur auf Czarnik und Hinse (bisher hat er für Aalborg Pirates in Dänemark gespielt) zutrifft. Pompei ist schon eine Saison hier.

Am Mittwoch bekommen sie ihre Ausrüstung – Schoner, Helm, Schläger, Schlittschuhe –, Hinse und Czarnik beziehen ihren neuen Platz in der Kabine. Die Zielrichtung ist klar. „Ich will da weitermachen, wo ich letzte Saison in Dänemark aufgehört habe.“, sagt Hinse, der mit Aalborg in der Saison 2017/18 Meister wurde. „Ich will Erfolg haben und die Mannschaft in die Play-offs bringen“, fügt der 27-Jährige hinzu. Er sei aber nicht nur Stürmer, sagt Hinse, als kompletter Spieler werde er natürlich auch Defensivaufgaben übernehmen.

Die Vorfreude ist spürbar

Das wird Jiri Ehrenberger gerne hören. Während die drei Nordamerikaner sich einkleiden und einige weitere Towerstars-Spieler im der Mannschaft so vertrauten Radius in Ravensburg beim Fitnesstest sind, ist der Coach mit einer kleinen Tschechen-Fraktion ins Warehouse, einem Fitnessstudio in Weingarten, gefahren, um die Muskeln auf Betriebstemperatur zu bekommen. David Zucker, Ondrej Pozivil und Robin Just feuern sich gegenseitig an, als es darum geht, immer schwerere Gewichte auf die Stangen zu ziehen oder die Sprungkraft zu testen. Es wird viel gelacht, die Vorfreude ist spürbar – die Pause war aber auch wirklich lange genug, was am frühen Saisonaus in den Pre-Play-offs lag. „Es ist höchste Zeit, dass wir zurück aufs Eis gehen“, sagt Ehrenberger.

Vorher stehen am Donnerstag noch einmal Leistungstests an. Am Freitag trainieren die Towerstars erstmals auf Eis, sie weichen dafür ins 40 Minuten entfernte Lustenau in Österreich aus. Eineinhalb Wochen pendeln sie täglich dorthin, denn in Ravensburg wird es planmäßig erst ab Mittwoch, 22. August, möglich sein, die Eissporthalle mit Schlittschuhen zu nutzen. Am Mittwoch wurden zwar die ersten Millimeter Eis aufgetragen, bis die Fläche fertig ist, wird es aber noch fast drei Wochen dauern.

Am Samstag, 11. August, endet die Lustenauer Phase für die Towerstars mit dem ersten Vorbereitungsspiel gegen den heimischen Verein. Danach geht’s ins Trainingslager nach Latsch in Südtirol.

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